Schottergärten

Ein pflegeleichter Vorgarten, der hübsch anzusehen ist, davon träumen viele. Ein Schottergarten scheint den Traum zu erfüllen. Es gibt wegen des Vlieses unter dem Schotter keinen unerwünschten Wildwuchs und es müssen nur wenige Pflanzen gegossen und ggf. beschnitten werden.

Die Nachteile eines Schottergartens sind weniger offensichtlich.

Die Steine reflektieren die Sonnenstrahlen, sodass die Umgebung noch wärmer wird.

Auch Wasser kann nicht durch die Schotterschicht dringen, sodass es in die Kanalisation fließt. Wenn es im näheren Umfeld viele asphaltierte Flächen und Schottergärten gibt und somit viel Wasser in die Kanalisation fließt, kann das Wasser nicht schnell genug abfließen. Es staut sich und kann in den eigenen Keller fließen.

Mit der Zeit sammeln sich Laub, Pollen und andere Pflanzenteile auf dem Schotter. Teilweise sind sie so klein, dass sie nicht mit dem bloßen Auge zu sehen sind. Werden sie nicht mühevoll entfernt, zersetzen sie sich. Auf dem zersetzten Material wachsen leicht Algen, Moose, Flechten und unerwünschte Pflanzen. Der Schottergarten ist nicht mehr ansehnlich und es kostet viel Mühe, ihn wiederherzurichten

In einem bepflanzten Garten hängt der Arbeitsaufwand davon ab, welche Pflanzen dort wachsen. Pflanzen, die Trockenheit bevorzugen, müssen wenig gegossen werden. Stauden wachsen immer wieder und müssen nur einmal gepflanzt werden. Einige Pflanzen sollten nach der Blüte oder wenn sie sich zu sehr ausbreiten, zurückgeschnitten werden. Dafür ist auch viel zu gewinnen.

Während Schotter einheitlich grau oder beige ist, haben Blüten je nach Art verschiedene Farben und Formen. Der Garten kann somit viel individueller gestaltet werden. Auch Steine können dabei zentrale Elemente sein. Langeweile kommt in einem bepflanzten Garten auch deswegen nicht auf, weil die Pflanzen sich im Jahresverlauf ändern. Zuerst kommen die Blütenknospen, dann die Blüten und schließlich nach dem Verblühen die Früchte. Diese sind bei manchen Arten sehr dekorativ (z.B. leuchtend rote Hagebutten von Rosen). Auch Schmetterlinge, Hummeln und andere nützliche Insekten finden einen Garten mit Pflanzen attraktiv.

Nützlich ist ein bepflanzter Garten auch an heißen oder regnerischen Garten.

Pflanzen nutzen die Sonnenstrahlen als Energiequelle, um aus Kohlenstoffdioxid und Wasser Sauerstoff und Zucker herzustellen. Blätter haben winzige Poren, aus denen Wasser austritt. Das Wasser verdampft, was viel Energie verbraucht. Somit kühlen Pflanzen ihre unmittelbare Umgebung ab. Wasser, dass die Pflanzen nicht sofort verbrauchen können, versickert im Boden, wird dabei gefiltert und füllt den Grundwasserspeicher. Grundwasser ist eine Quelle unseres Trinkwassers.

Schottergärten lassen sich mehr oder weniger mühevoll aufwerten. Praktische Tipps zur Aufwertung in einen Steingarten und zu einer grundlegenden Umgestaltung gibt die Stabstelle Klima und Umweltqualität. Zuerst muss das Vlies zwischen Steinen und Erde entfernt werden, damit wieder Wasser versickern kann. Dann kann entweder der Natur ihren Lauf gelassen werden (Stichwort: zersetzende Pflanzen). Zur Beschleunigung kann auch Sand und Erde auf den Steinen verteilt werden. Anschließend harken und eine Samenmischung für Schotterrasen aussähen oder gleich Pflanzen setzen. Es eignen sich Pflanzen, die wenig Wasser und Nährstoffe benötigen, z.B. Mauerpfeffer (Sedum spec.), Berg- und Felsensteinkraut (Alyssum montanum bzw. A. saxatile), Lavendel (Lavandula angustifolia), Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon).

Ist der Schottergarten noch gar nicht angelegt oder soll ganz beseitigt werden, sind die Gestaltungsmöglichkeiten noch vielfältiger.

Es gibt viele winterharte Stauden, die daher jahrelang im Garten gedeihen können. Dazu zählt beispielsweise die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), Gefleckte bzw. Weiße Taubnessel (Lamium maculatum bzw. L. album) und Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare).

Sogenannte Bodendecker erschweren es unerwünschten Pflanzen sich anzusiedeln. Hübsche Bodendecker sind u.a. Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Echter Dost (Origanum vulgare), Efeu (Hedeta helix) und Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna).

Wer nicht auf Steine verzichten möchte, kann einen Steingarten anlegen. Hier wachsen Pflanzen, die vor allem im Gebirge natürlicherweise vorkommen. Dazu zählen Zwerg-Glockenblume (Campanula cochleariifolia), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum), Echter Steinsame (Lithospermum officinale), Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und Steinschmückel (Petrocallis pyrenaica).    

Die Gestaltungsmöglichkeiten in einem bepflanzten Garten sind also vielfältig, nur auf invasive Neophyten soll verzichtet werden. 

Im Flyer "Schon grün hinterm Tor – Vorgärten lebendig und vielfältig gestalten" sind alle Informationen zusammengefasst.