Impf- und Reiseimpfberatung
Impfungen und Impfberatungen werden in hausärztlichen Praxen durchgeführt. Eine Ausnahme ist die Gelbfieberimpfung, die ausschließlich in zertifizierten Gelbfieber-Impfstellen angeboten wird. In Neumünster ist dies das Gesundheitsamt.
Gelbfieberimpfung
Wenn Sie verreisen möchten und eine Gelbfieberimpfung benötigen, können Sie gerne bei uns einen Termin vereinbaren.
Wir benötigen dazu von Ihnen folgende Angaben:
- Nehmen Sie Medikamente? Wenn ja, welche?
- Haben Sie eine Störung der Blutgerinnung? Nehmen Sie evtl. Blutverdünner“?
- sind Sie innerhalb der letzten 4 Wochen geimpft worden? Wenn ja, gegen welche Krankheit?
- Wurden Sie in den letzten 2 Wochen operiert oder sind in den nächsten 4 Wochen Operationen geplant?
- Sind bei Ihnen Allergien bekannt? Wenn ja, welche?
- Wann wollen Sie reisen und wohin (möglichst genaue Angabe des Landesteiles)?
Ansprechpartnerin
Was ist Gelbfieber?
Gelbfieber ist eine schwere Krankheit, die durch das Gelbfiebervirus verursacht wird. Es gehört zu den virusbedingten hämorrhagischen Fiebern, die mit Blutgerinnungsstörungen und Blutungen einhergehen. Das Virus wird durch den Stich einer infizierten Mücke übertragen, nicht von Mensch zu Mensch.
Es gibt verschiedene Krankheitsverläufe, von leichten grippeähnlichen Symptomen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen, bis hin zu schweren Verläufen mit Organversagen und Tod.
Mögliche Symptome von Gelbfieber sind:
- Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Gelbsucht
- Versagen von Leber, Nieren oder Lunge
- Blutungen
Es gibt keine spezifische Behandlung für Gelbfieber. Erkrankte müssen normalerweise intensivmedizinisch betreut werden. Leider sterben dennoch viele Menschen an der Krankheit.
Gelbfieberimpfstoff
Der Gelbfieberimpfstoff wird seit über 50 Jahren eingesetzt und bietet einen sehr guten, lang anhaltenden Schutz. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Gelbfieberviren, der produktionsbedingt Hühnereiweiß enthält.
Wichtige Informationen zur Gelbfieberimpfung
- Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor dem Reiseantritt erfolgen, um sicher wirksam zu sein und vom Reiseland anerkannt zu werden.
- Die Impfung muss im Impfausweis dokumentiert werden – in einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell anerkannten Form. Den Impfausweis sollten Sie immer bei sich tragen, da die Einreisebehörde seine Vorlage verlangen kann.
- Die Gelbfieber-Impfbescheinigung ist für internationale Reisen lebenslang gültig.
- Die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (StIKo) empfiehlt eine einmalige Auffrischimpfung nach 10 Jahren für einen dauerhaften Schutz.
Risiken der Gelbfieberimpfung
Die meisten Menschen vertragen die Gelbfieberimpfung gut. Wenn unerwünschte Reaktionen auftreten, sind diese meist mild und können Folgendes umfassen:
- leichte Irritation um die Einstichstelle
- Kopf- oder Muskelschmerzen
- leichtes Fieber
Etwa 20 % der Geimpften spüren eine dieser Reaktionen, die in der Regel drei bis sieben Tage nach der Impfung auftreten können.
In sehr seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, zum Beispiel:
- schwere allergische Reaktion (etwa 1 Fall auf 130.000 Impfungen).
- schwere Reaktion des Nervensystems wie Hirnhaut- oder Gehirnentzündung (etwa 1 Fall auf 200.000 Impfungen, vor allem bei jungen Säuglingen).
- schwere Allgemeinreaktion mit Versagen mehrerer Organe wie Lunge, Leber oder Nieren (etwa 1 Fall auf 200.000 Impfungen). Der Verlauf entspricht dem der Gelbfiebererkrankung.
Die Reaktionen des Nervensystems und die schweren Allgemeinreaktionen traten bei Menschen auf, die zum ersten Mal gegen Gelbfieber geimpft wurden.
Bei Personen über 60 Jahren, die sich zum ersten Mal gegen Gelbfieber impfen lassen, ist das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen etwa fünfmal höher als bei jüngeren Menschen (etwa 1 Fall auf 40.000 Impfungen).