Saatkrähen

Die Saatkrähe ist ein großer schwarzer Rabenvogel mit einem markanten Schnabel: bei den ausgewachsenen Tieren ist die Schnabelwurzel nackt und weißlich-grau. An diesem Merkmal kann man sie von der ähnlichen Rabenkrähe unterscheiden, bei der der Schnabel vollständig schwarz und an der Wurzel befiedert ist.

Saatkrähen sind sozial lebende Tiere und Koloniebrüter. Während die Art früher hauptsächlich in Gehölzen und Wäldern in der freien Landschaft gebrütet hat, sind ihre Kolonien heute zum großen Teil in den Städten zu finden. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: zum einen wurde die Saatkrähe bis zu ihrer Unterschutzstellung in der Feldmark intensiv verfolgt und geschossen. Zum anderen steht den Vögeln in den Städten ganzjährig ein vielseitiges Nahrungsangebot zur Verfügung (u. a. Abfälle an Straßenrändern und auf öffentlichen Plätzen, aber auch Würmer und Insekten auf kurz gehaltenen Rasenflächen). In ihren ursprünglichen Lebensräumen im landwirtschaftlichen Kulturland finden sie dagegen wegen der sehr intensiven Bewirtschaftung kaum noch tierische Nahrung.

Das Nahrungsspektrum der Saatkrähe umfasst sowohl pflanzliche Nahrung wie Keimlinge, Früchte und Samen als auch tierische Nahrung wie Insekten und deren Larven, Schnecken und Regenwürmer. Eier und Jungvögel gehören nicht zur Nahrung der Saatkrähen.

Seit dem Jahr 1980 zählt die Saatkrähe zu den besonders geschützten Vogelarten. Schleswig-Holstein ist ein Brutverbreitungsschwerpunkt der Saatkrähe in Deutschland. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung unseres Bundeslandes für den Erhalt dieser Vogelart. Große Kolonien gibt es u. a. in Bad Bramstedt, Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Flensburg, Friedrichstadt, Neumünster und Schleswig.

Wesentlich mehr Saatkrähen als in der Brutzeit kann man in Neumünster allerdings während des Winters beobachten. In dieser Zeit halten sich hier große Mengen von Saatkrähen auf, die im Frühjahr in ihre Brutgebiete im Norden und im Osten abwandern. In den Überwinterungsschwärmen kann man neben den Saatkrähen auch viele Dohlen beobachten. Die Dohlen, die ebenfalls nach Süden und Westen in ihre Winterquartiere ziehen, schließen sich regelmäßig den Krähenschwärmen an.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die untere Naturschutzbehörde gerne zur Verfügung.