Rahmenplan Innenstadt

Einordnung des Rahmenplans

Der Rahmenplan Innenstadt dient als strategische Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Neumünsteraner Innenstadt. Ziel ist es, gemeinsam mit Verwaltung, Politik, lokalen Akteur*innen und der Öffentlichkeit, räumliche Leitbilder und konkrete Maßnahmen für eine lebendige, klimaangepasste und zukunftsfähige Innenstadt zu entwickeln.

Der Prozess verbindet Analyse, Beteiligung und erste räumliche Perspektiven („Research by Design“) und betrachtet öffentliche Räume, Mobilität,Klimaresilienz, Wohnen, Kultur, Nahversorgung und Aufenthaltsqualität. Grundlage bilden bestehende Konzepte, aktuelle Analysen sowie Hinweise aus Beteiligungsformaten und Fachgesprächen.

Aus vorhandenen Konzepten wurden zentrale Ziele für die Innenstadt abgeleitet:

  1. Multifunktionales Zentrum stärken
  2. Öffentliche Räume aufwerten
  3. Grüne Innenstadt vernetzen
  4. Klimaresilienz erhöhen
  5. Mobilität sicher und barrierearm organisieren
  6. Wohnen vielfältig und bezahlbar sichern
  7. Teilhabe und Begegnung fördern
  8. Bewegung in den Alltag integrieren
  9. Schlüsselprojekte als Impulse nutzen

Prozess

Der Rahmenplan ist als iterativer, dialogorientierter Prozess aufgebaut, der sich in drei aufeinander aufbauende Phasen gliedert: Konsolidieren – Konfigurieren – Konkretisieren. Jede Phase verbindet fachliche Analyse, räumliche Entwurfsarbeit und Beteiligung der Stadtgesellschaft.

In der ersten Phase werden alle relevanten Grundlagen systematisch zusammengeführt, ausgewertet und zu einem gemeinsamen Zielsystem verdichtet. Ziel ist ein belastbares, gemeinsames Verständnis der räumlichen, funktionalen und strukturellen Ausgangslage der Innenstadt.

Untersucht werden insbesondere:

  • Baustruktur, Leerstände, Bau- und Erlebnislücken sowie Entwicklungspotenziale
  • Verkehrliche Erschließung (Bahn, ÖPNV, MIV, Rad- und Fußverkehr)
  • Freiraum- und Grünstrukturen sowie die Schwale als prägendes blau-grünes Element

Soziale, demografische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, laufende Transformationsprojekte und Schlüsselvorhaben

Aufbauend auf der Analyse werden in der zweiten Phase räumliche Leitbilder und Entwicklungsszenarien erarbeitet. Ziel ist die Entwicklung eines dynamischen, strategischen Rahmenplans für die Innenstadt.

Im Zentrum steht ein iterativer Entwurfsprozess, der Top-down-Zielsetzungen mit Bottom-up-Perspektiven aus der Beteiligung verbindet. Aus unterschiedlichen Szenarien werden räumliche bzw. städtebauliche Varianten entwickelt und kontinuierlich überprüft.

Die Arbeit umfasst:

  • Entwicklung von Zukunftsszenarien als Denk- und Handlungsräume
  • Ableitung von Leitbildern für die Innenstadtentwicklung
  • Erarbeitung räumlicher Varianten im digitalen Modell (2D/3D)
  • Definition eines dynamischen Strukturkonzepts
  • Abstimmung in Werkstätten, Fachrunden und politischen Gremien

Der entstehende dynamische Rahmenplan bildet ein flexibles, weiterentwickelbares räumliches Leitbild. Er zeigt Entwicklungsschwerpunkte, Nutzungsverteilungen, Freiraumstrukturen sowie Mobilitätsprinzipien und bleibt zugleich offen für schrittweise Konkretisierungen.

In der dritten Phase werden die erarbeiteten Leitbilder und Strategien räumlich konkretisiert und auf ausgewählte Teilräume übertragen. Ziel ist es, aus dem Rahmenplan umsetzbare Projekte und Maßnahmen abzuleiten.

Betrachtet werden hier sogenannte Fokusräume, in denen zentrale Entwicklungen exemplarisch vertieft und konkrete städtebauliche und freiraumplanerische Entwürfe entwickelt werden.

Bearbeitet werden insbesondere:

  • Neuordnung und Qualifizierung öffentlicher Räume
  • Entwicklung von Nutzungsmischungen (Wohnen, Handel, Kultur, Arbeiten)
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität und Barrierefreiheit
  • Klimaanpassung und grün-blaue Infrastruktur
  • Aktivierung von Leerständen und Transformationsflächen

Die Ergebnisse werden in einem umsetzungsorientierten Maßnahmenkatalog zusammengeführt. Dieser enthält kurz-, mittel- und langfristige Projekte und zeigt konkrete Schritte zur Realisierung der Innenstadtentwicklung auf.

Beteiligung als integraler Bestandteil

Die gesamte Rahmenplanung ist als kooperativer Prozess angelegt. Beteiligung findet kontinuierlich und auf verschiedenen Ebenen statt: Von der frühen Analyse bis zur konkreten Maßnahmenentwicklung.

Zentrale Beteiligungsformate sind:

  • Ortsspaziergänge und Fachrunden
  • Werkstatttage in jeder Phase
  • Ein Begleitgremium besetzt durch zentrale Interessengruppen
  • Digitale Beteiligung (z. B. Online-Formate)
  • Öffentliche Veranstaltungen und Dialogformate im Stadtraum

Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, frühzeitig zusammenzuführen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Innenstadtentwicklung zu  erarbeiten.

Der Rahmenplan versteht sich nicht als statisches Planwerk, sondern als dynamischer Entwicklungsprozess. Er schafft die Grundlage für eine schrittweise, kooperative und umsetzungsorientierte Transformation der Innenstadt von Neumünster – hin zu einem lebendigen, klimaangepassten und zukunftsfähigen Stadtraum.