Potenzialanalyse & Szenarien

In der Teilveröffentlichung “Potenzialanalyse und Szenarien zum Klimaplan Neumünster” (PDF-Datei zum Download) wurde ein Zielszenario für ein klimaneutrales Neumünster entwickelt. Dafür wurde eine Prognose für die zukünftige Entwicklung des Endenergiebedarfs erstellt. Als nächstes wurden die Potenziale untersucht, die sich durch die Nutzung von erneuerbaren Energien in Neumünster ergeben. Die Potenziale wurden dann dem Endenergiebedarf gegenübergestellt und Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Treibhausgasemissionen getroffen. Daraus wurden erste richtungsweisende Eckpunkte für Maßnahmen abgeleitet. Diese wurden dann in der Gesamtveröffentlichung, dem Klimaplan, sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die Gesamtstadt weiterentwickelt und konkretisiert. 

Endenergiebedarf

Voraussichtlich wird sich der Endenergiebedarf in Neumünster stark reduzieren. Dies hängt vor allem mit den Effizienzsteigerungen im Verkehrs- und Wärmesektor zusammen. Zum Beispiel kann der Wärmebedarf durch die Sanierung von Gebäuden reduziert werden. Gleichzeitig werden sich die Anteile der einzelnen Energiebedarfsarten verändern. So nimmt z.B. der Bedarf an Umweltwärme durch den vermehrten Einsatz von Wärmepumpen zu. Da diese aber Brennstoffe als Wärmequellen ersetzen, sinkt der Brennstoff- und Kraftstoffbedarf. Im Verkehrssektor nimmt der Strombedarf außerdem durch die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu. Da dabei Kraftstoffe ersetzt werden, wird der Kraftstoffbedarf somit reduziert.  

Energiepotenziale

Insgesamt könnten bis 2035 ca. 800 GWh und bis 2045 ca. 1200 GWh erneuerbare Energien auf dem Stadtgebiet bereitgestellt werden. Die größten Potenziale liegen in den PV-Anlagen auf den Dächern und Freiflächen und in der bereits heute genutzten Abwärme und Stromerzeugung der TEV (thermische Verwertungsanlagen). Dabei sind nur Endenergieträger und nicht die lokal genutzten Potenziale aus Solarthermieanlagen und Umweltwärme (Luft, Erdreich, Wasser) für die Beheizung von Gebäuden enthalten.

Wenn diese Potenziale dem erwartetet Endenergiebedarf gegenübergestellt werden, zeigt sich, dass die Entwicklungen bis 2035 nicht ausreichen werden, um den Energiebedarf zu decken. Folglich muss Energie importiert werden. Bis 2045 wächst das Energiepotenzial allerdings auf rund 1.200 GWh deutlich, während der Energiebedarf sinkt. Unter idealen Bedingungen und bei der Erschließung aller Potenziale mit ambitionierten Maßnahmen könnte der Energiebedarf folglich durch die Energieproduktion auf dem Stadtgebiet bilanziell gedeckt werden. 

THG-Emissionen

Durch eine abnehmende Nutzung von fossilen Brenn- und Kraftstoffen und eine zunehmende Nutzung von Erneuerbaren Energien werden die Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) in Neumünster abnehmen. Der Reduktionspfad zeigt allerdings, dass die gesamtstädtische Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 mit den aus heutiger Sicht realistischen Maßnahmen nicht erreicht wird. Trotz des exponentiellen Wachstums der Elektromobilität und der Umstellung eines Großteils der fossilen Heizungen werden im Jahr 2035 noch fossile Energieträger benötigt. Eine klimaneutrale Energieversorgung von Neumünster ist somit ohne Kompensationsmaßnahmen oder Technologiesprünge bis Ende 2035 nicht möglich. Die mit dem Klimaneutralitätsbeschluss im Jahr 2019 gesetzten Zwischenziele für die Jahre 2025 (-55 % ggü. 1990) und 2030 (-70% ggü. 1990) werden dennoch erreicht.
Im Jahr 2040 betragen die THG-Emissionen pro Einwohner/-in lediglich noch rund 0,5 Tonnen und liegen damit unter einer Tonne pro Einwohner/-in. Durch Kompensationsmaßnahmen kann bis 2040  somit eine bilanzielle Treibhausgasneutralität erreicht werden.
 

Weitere Informationen zur Potenzialanalyse und zum Zielszenario finden sich im Klimaplan (PDF-Datei zum Download) ab Seite 33 und im Dokument Potenzialanalyse und Szenarien zum Klimplan (PDF-Datei zum Download).