Klimaneutrale Stadtverwaltung

Der Klimaplan setzt für die Stadtverwaltung das Ziel, die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Dieses Zieljahr gilt auch für die städtischen Unternehmen. Darüber hinaus wurden weitere Teilziele gesetzt, die in Abbildung 1 zusammengefasst sind.

Maßnahmen im Handlungsfeld 2: Klimaneutrale Stadtverwaltung (Umsetzung: Stand 2025)

Status: Daueraufgabe (begonnen)

Beschreibung: Viele der kommunalen Liegenschaften werden aktuell schon über Fernwärme versorgt, deren CO2eEmissionen perspektivisch durch die SWN minimiert werden. Aus diesem Grund liegt der Fokus bei der Sanierung auf Gebäuden, die aktuell dezentral über fossile Energieträger versorgt werden. Für diese Gebäude wird im ersten Schritt eine Maßnahmenübersicht erstellt mit einer Zeitplanung, wann welches Gebäude an der Reihe ist. Diese Maßnahmenübersicht enthält auch eine erste Einschätzung, ob die Maßnahmen für den Investitions- oder Ergebnishaushalt eingeplant werden sowie eine Konkretisierung der Umsetzungskosten.

Status: begonnen

Beschreibung: Größere kommunale Liegenschaften werden mit einem Smart-Meter-Energiemanagementsystem ausgerüstet. Ein Smart-Meter-Energiemanagementsystem ist ein Mittel für einen bewusst sparsamen Energieverbrauch und eine gleichzeitige Steuerung der Effizienz in der Energieversorgung. Mit Smart Metering lassen sich zunächst die Verbräuche messen und darstellen. Im weiteren Verlauf können sehr genaue Nutzungsprofile für den Energieverbrauch errechnet werden, umso steuernd einzugreifen. Im Gegensatz zu einer (jährlichen) Summenabrechnung ist es in der Lage, den Verbrauch zu verifizieren, den Verbrauchsstellen zuzuordnen und regelnd einzugreifen.

Durch die Möglichkeit des Verbrauchscontrollings können Energieverbräuche in den kommunalen Liegenschaften besser beobachtet werden und es kann schnell und zielführend eingegriffen werden, wodurch eine höhere Energieeffizienz erreicht wird.

Stand der Umsetzung: Die Energiemanagement-Software InterWatt wird genutzt. Nach der erfolgten Prüfung der vorhandenen Zählerstrukturen in den einzelnen Objekten auf Vollständigkeit und Plausibilität wurden im Jahr 2025 weitere Objekte in das System integriert (z.B. Neubau Familienzentrum Trio, Werderstraße). Zudem wurde mit smarten 
Zählerablesungen begonnen. Der Umfang der smarten Zählerablesungen wird im Jahr 2026 sukzessive ausgeweitet.

Status: begonnen

Beschreibung: Ein Großteil der städtischen Liegenschaften wird aktuell schon über das überdurchschnittlich ausgebaute Fernwärmenetz versorgt. Da nicht alle Liegenschaften an dieses angeschlossen werden können, müssen für die restlichen Gebäude klimaneutrale Energieversorgungskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Hierbei spielt der Einsatz von Wärmepumpen eine zentrale Rolle. Aktuell werden die meisten der dezentral versorgten Gebäude mit Erdgaskesseln betrieben.

Stand der Umsetzung: Insgesamt verfügen noch 30 der städtischen Liegenschaften über Gas betriebene Wärmeerzeuger. In 2025 wurde geprüft, welche Gebäude an die Fernwärme angeschlossen werden können und ggf. in Frage kommende 
Alternativen geprüft. 

Anschluss an das Fernwärmenetz (für 12 Liegenschaften möglich):

  • Verwaltungsteil der Grundschule Wittorf, 5.030 kWh/a [Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2023] (wird nicht als eigenständige Liegenschaft geführt, sondern gehört zur Grundschule Wittorf)
  • Weitere 11 Liegenschaften werden mittelfristig auf Fernwärme umgestellt.

Umstellung auf Wärmepumpe (16 Liegenschaften):

  • Abgeschlossen: KiTa Hauke-Haien, 77.935 kWh/a [Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2025]
  • In Umsetzung: Grundschule an der Schwale, 475.226,3 kWh/a [Verbrauchsdaten aus dem Jahr 2025]
  • Geplant: Weitere 14 Liegenschaften sollen noch auf Wärmepumpe umgestellt werden.

Abgängige Gebäude: 

  • Zwei Standorte (Feuerwehrgerätehaus in der Mühlenstraße & Feuerwerhgerätehaus in der Straße Am Kamp) sind abgängig bzw. werden aufgegeben, Ersatzgebäude werden neu an jeweils anderem Standort errichtet. Hierfür sind somit keine Umstellungen vorgesehen.

Status: begonnen

Beschreibung: Der Einsatz von Elektrofahrzeugen soll zum einen die Emissionen senken und zum anderen eine positive Außenwirkung entfalten. Aus diesem Grund sollen möglichst keine neuen Verbrennerfahrzeuge angeschafft werden. Dies gilt sowohl für den Verwaltungsfuhrpark als auch für die Fahrzeuge des TBZ.

Sowohl für die PKW des Verwaltungsfuhrparks als auch (überwiegend) für die Fahrzeuge des TBZ bietet der Markt konkurrenzfähige batterieelektrische Fahrzeuge. Diese verursachen zum aktuellen Zeitpunkt Mehrkosten, die im städtischen Haushalt für die einzelnen Jahre zu berücksichtigen sind.

Um die Fahrzeuge lokal laden zu können, muss neben der Anschaffung der Fahrzeuge auch die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Hierfür soll zunächst eine Planung ausgearbeitet werden. Eine Ausnahme stellen die Fahrzeuge der Feuerwehr dar. Diese sind Teil der kritischen Infrastruktur und müssen daher zu jedem Zeitpunkt einsatzfähig sein. Aus diesem Grund ist für diese Fahrzeuge noch die Entwicklung der passenden Technologie abzuwarten.

Stand der Umsetzung: 

Umstellung Fuhrpark Rathaus 2025:

  • 1 Pkw (E-Antrieb)
    • Zentraler Fuhrpark
    • MB eCitan
    • Kosten: 33.772,91 €
    • CO2- Einsparung: 3,1 t p.a

Umstellung Fuhrpark TBZ:

  • Hochdruck-Spül-/saugwagen (Dieselantrieb)
    • Kosten 617.901,55 €
  • Doppelkabine-Pritschenwagen (E-Antrieb)
    • Ersatz verbleibt im Fuhrpark
    • Kosten 86.574,56 €
    • CO2-Einsparung: 3,5 t p.a.
  • 1 Pkw (E-Antrieb)
    • Renault ZOE
    • Kosten 20.489,99 €
    • CO2-Einsparung: 3,1 t p.a.
  • 1 Pkw (TBZ)
    • Renault ZOE
    • Kosten 13.990,01 €
    • CO2-Einsparung: 3,1 t p.a.
  • Kleintraktor (Dieselantrieb)
    • Kosten 38.734,44 €
  • Radlader (Dieselantrieb)
    • Kosten 282.387,00 €
  • Abfallsammelfahrzeug (E-Antrieb)
    • Ersatz verbleibt im Fuhrpark
    • Kosten 474.810,00 €
    • CO2-Einsparung: 31,0 t p.a.

Infos zur Umsetzung:

Die Beschaffung der Fahrzeuge erfolgt nicht nach einem 
Planungskonzept, da dies durch die fehlende Verfügbarkeit von 
Haushaltsmitteln nicht darstellbar ist. Vielmehr werden Fahrzeuge anhand von Dringlichkeit aufgrund von Ausfall o.ä. prioritär beschafft.

Sowohl im Fuhrpark Rathaus als auch  im Fuhrpark TBZ konnten einzelne Neuanschaffungen durch E-Fahrzeuge ersetzt werden. Allerdings mussten einzelne Anschaffungen aus Haushaltsgründen in die Zukunft verschoben werden. Vereinzelt wurden Diesel- statt E-Fahrzeuge angeschafft, da im Bereich der Nutzfahrzeuge noch nicht alle Typen in einer E-Ausführung am Markt angeboten werden.  

In 2025 wurden insgesamt  336.854 Liter Dieselkraftstoff 
verbraucht. Bei der Verbrennung werden 893 t CO2 erzeugt.
 

Die vollständigen Maßnahmensteckbriefe sind im Klimaplan (pdf-Dokument) ab Seite 89 zu finden.