- Mittwoch, 04.11.2026, 20:00 Uhr – Fräulein Julie (Einführung ab 19:15 Im Foyer)
Naturalistisches Trauerspiel von August Strindberg
Fräulein Julie, Tochter eines Grafen und Gutshofbesitzers, ist zwar privilegiert, würde aber am liebsten das enge Gefängnis der Standesgrenzen sprengen. Diener Jean träumt dagegen von sozialem Aufstieg und Prestige. Beide vereint die unbefriedigte Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und das verzweifelte Streben nach Individualität. In der erregenden Atmosphäre der Mittsommernacht lassen sie sich auf ein gefährliches Liebesspiel ein, das zwischen Begehren und Abweisung, Macht und Ohnmacht hin-und herschwankt. Julie und Jean suchen die Flucht nach außen, verirren sich aber im Inneren ihrer Gefühle und Wünsche. Strindbergs 1888 entstandenes und damals als Skandal empfundenes Stück über den Kampf zwischen Mann und Frau, der zum Kampf mit sich selbst führt, zählt zu den Klassikern dermodernen Beziehungsdramatik.
In Neumünster treten zwei ehemalige Ensemblemitglieder des Thalia Theaters Hamburg erneut aufeinander. Dominique Horwitz und Judith Rosmair brillieren in der Koproduktion des Renaissance-Theaters Berlin und des Euro-Studio Landgraf.
- Freitag, 06.11.2026, 20:00 Uhr – Die Insel (Einführung ab 19:15 im Foyer)
Schauspiel von Rebekka Kricheldorf
Ein Expertenteam wird von dem Unternehmen Animalsdelight auf eine einsame Insel im Pazifik eingeladen. Sie sollen das fast Unmögliche schaffen: Die perfekte Vermarktung künstlich erzeugten Fleisches. Gelänge es ihnen, dann müsste fortan kein Vierbeiner für einen Burger sein Leben lassen und das Weltklima würde sich schlagartig verbessern. Der in vitro Burger kostet zehnmal soviel wie sein tierisches Original und es bedarf somit aller Anstrengungen, das Belohnungszentrum des menschlichen Gehirns dergestalt zu manipulieren, dass ein Paradigmenwechsel stattfinden kann. Was die Experten aber nicht wissen: Sie sind ein Teil des Experiments. Denn das Haus auf Monkey Island ist ein Smart House, das den tiefen Bedürfnissen seiner Bewohner mühelos auf die Spur kommt. Mehr und mehr begreifen die vier, in welcher Situation sie sich befinden und müssen feststellen, dass ein Spaß ohne Ende auch das Ende durch Spaß bedeuten kann. Denn der Algorithmus wertet nicht …
Rebekka Kricheldorf zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Dramatikerinnen. Ihre aberwitzigen Komödien werden international gespielt. Die Intendantin des Theater Göttingen inszenierte für das Hessische Landestheater, weil sie den Humor der Autorin genau trifft.
- Montag, 09.11.2026, 20:00 Uhr – Michael Rettig & Clovis Michon
Zeitgenössische Romantik
Sie kommen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen, sind geprägt von westlicher Moderne oder östlicher Tradition – und doch bewegen sie sich alle in der Magie von Einfachheit und Wiederholung. Die Zeit scheint stillzustehen oder sich zu dehnen und öffnet sich so der Unendlichkeit. Michael Rettig am Flügel und Clovis Michon mit seinem Violoncello bewegen sich auf den Spuren einer zeitgenössischen Romantik. Konzerte spielten die beiden schon in der Elbphilharmonie, im Ruhrfestspielhaus und im Konzerthaus Berlin. Die beiden ausgezeichneten Musiker spielen Werke und Bearbeitungen von Arvo Pärt, Philipp Glass, G. I. Gurdjie!, V. Silvestrov, Max Richter, J. S. Bach sowie Eigenkompositionen.
- Donnerstag, 12.11.2026, 20:00 Uhr – Die fetten Jahre sind vorbei (Einführung ab 19:15 im Foyer)
Nach dem gleichnamigen Film von Hans Weingartner
„Die fetten Jahre sind vorbei”. Mit diesem provokativen Spruch beschriften die drei Freunde Jan, Peter und Jule die Wohnzimmerwände reicher Bürger, in deren Wohnungen sie aus Protest gegen den Kapitalismus einsteigen. Nicht die eigene Bereicherung ist ihr Anliegen, sondern die Läuterung der Gesellschaft! Dieses hehre Ziel wird allerdings von der Realität gestört: Bei einem weiteren Einbruch kommt der Eigentümer überraschend früh nach Hause. Was tun? Zumal es auch noch genau Herr Hardenberg ist, derjenige Millionär, der Jule in einem Gerichtsprozess nach einem Verkehrsunfall eine irrsinnig hohe Entschädigung abverlangt. Kurzerhand wird Hardenberg als Inbegriff der Feindesklasse entführt und auf eine abgelegene Almhütte verschleppt. Doch ein Kapitalverbrechen wollte niemand begehen. Was macht man nun also mit dem Kerl? Man diskutiert. Hardenberg hat Verständnis für die Drei, war er doch eigentlich selbst mal so drauf, als er jung war …
Ehrliche Einsicht oder abgekartetes Spiel? Darüber sind sich die drei Freunde nicht sicher und riskieren am Ende die Wende zum Guten. Aber ob es deswegen auch gut ausgeht?
Mit einer gelungenen Mischung aus Filmelementen und eigenem Erzählstil bringen Regisseur Max Claessen und sein Team den Filmhit auf die Bühne. Ein Gastspiel der Hamburger Kammerspiele.
- Samstag, 14.11.2026, 20:00 Uhr – Isabel Varell
Die guten alten Zeiten sind jetzt
Isabel Varell ist eine vielseitige Künstlerin, die auf der Bühne mit Leichtigkeit überzeugt. Sie ist Sängerin, Fernsehmoderatorin, Schauspielerin, Musicaldarstellerin und Buchautorin. Sie ist eine echte Lebenskünstlerin, die sich in keine Schublade stecken lässt. In ihrem neuen Bühnenprogramm dreht sich alles um Leben, Liebe und Leidenschaft. Mit ihrer charmanten Art erzählt und singt sie sehr persönlich über das Leben, die Menschen und die Liebe. Sie spricht über Herausforderungen wie das Loslassen von Schmerzlichem und das Erkennen von Scheitern als Chance.
In ihrem Programm thematisiert sie auch das Älterwerden. Sie erzählt von der kleinen Bar in der Rue Lamarck in Paris, von den Menschen dort und von der Einsamkeit am Ballermann. Das „Rezept Varell” gibt es an diesem Abend gratis dazu. So verrät sie beispielsweise, wie man drei Kilo Angst loswird, und präsentiert ihre zehn Gebote für ein glückliches Älterwerden. Freuen Sie sich auf einen humorvollen und zugleich sehr bewegenden Abend!
- Mittwoch, 18.11.2026, 20:00 Uhr – Männer rollen
Vortrag, Performance und Gespräch mit Performancekollektiv MMK und Gäst*innen
MMK befragt Männlichkeiten. Dafür lädt das Tanzkollektiv jeweils eine*n Autor*in oder Forscher*in zu einem geteilten Abend aus Vortrag, Performance und Gespräch ein. Gemeinsam beleuchten sie Männlichkeit aus autobiografischer, theoretischer und tänzerischer Perspektive und treten miteinander sowie mit dem Publikum in den Austausch.
In der Performance „Männer rollen" untersucht Tänzer und Choreograf Mark Christoph Klee sein Bild von Männlichkeit, geprägt vom elterlichen Handwerksbetrieb und seinem Coming-out als junger Mann. In einem Bühnenbild aus 100 Porenbetonsteinen sucht er nach Sanftheit. Er reflektiert eigene Privilegien und fragt, wie patriarchale Strukturen die Beziehung zu seinen Eltern formen, bis tief in die queere Community hineinwirken und sogar seine eigene sexuelle Lust durchdringen.
Der dreiteilige Abend fragt, was geschieht, wenn Männer ins Rollen geraten und mit ihnen sinnbildlich ein ganzes System.
- Donnerstag, 19.11.2026, 20:00 Uhr – HEAVEN CAN WAIT Chor
Still alive - Jetzt erst recht!
Dieser Chor ist anders. Die Sängerinnen und Sänger des Heaven Can Wait Chores sind zwar im besten Rentenalter, aber ans Aufhören denken sie noch lange nicht. Sie feiern ihr Leben mit Songs: mal wild, mal humorvoll, mal berührend. Von Pop-Hits bis Rockhymnen – das Repertoire reicht von Mark Forster bis Deichkind und beweist, dass Musik keine Altersgrenze kennt. Begleitet von einer hochkarätigen Live-Band bringen sie den Saal zum Beben und zeigen, dass echte Leidenschaft zeitlos ist.
Musikalischer Leiter ist Jan Christof Scheibe, Komponist, Produzent und eine feste Größe in der Hamburger Musikszene. Er formt aus mehr als 30 Sängerinnen und Sängern mit insgesamt über 2000 Jahren Lebenserfahrung ein mitreißendes Ensemble. Und wenn sie auf der Bühne stehen, ist klar: Heaven can wait!
- Samstag, 21.11.2026, 20:00 Uhr – Gar nicht lügen ist auch keine Lösung
Comedy-Theater
„Lügen haben kurze Beine“ heißt es. Mit ihrem Volkshochschulkurs „Gar nicht lügen ist auch keine Lösung” stellen zwei Dozentinnen jedoch die Frage: Was habe ich von der Wahrheit, wenn sie nur Probleme bringt? Und warum hat die Lüge einen so schlechten Ruf? Die Lüge ist doch wunderbar vielseitig! Sie kann Erfolg bringen, Freundschaften schützen, das Selbstbewusstseinstärken und in allergrößter Not kann man sich sogar selbst belügen. Von den Zehn Geboten über Doktortitel bis zu Fake News und bearbeiteten Profilbildern: Konstanze und Paula geben kurzweilige Einblicke in die Welt der Lügen. Doch sagt Konstanze immer die Wahrheit? Heike Feist und Astrid Kohrs entführen mit viel Witz, Tempo und Hintersinn in die schillernde Welt des Scheins.
- Montag, 23.11.2026, 19:00 Uhr – U30 Poetry Slam – Lyrik & Textase
Mitreißende Bühnenliteratur, fesselnde Performance, bewegende Texte – beim Poetry Slam sind die Grenzen zwischen Kabarett, Comedy, Rap und Lyrik fließend. Unser U30 Poetry Slam lädt Menschen bis einschließlich 30 Jahre dazu ein, ihre Texte im Dichterwettstreit zu präsentieren. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.
Eintritt: 5,-
Bei Gruppen ab 15 Personen bekommen Lehrkräfte eine Freikarte.
Gruppenbuchungen im Kulturbüro, Kleinflecken 26 und unter Telefon 04321 942 3316.
- Dienstag, 24.11.2026, 19:00 Uhr – KinoBühne
Zwischen Nord- und Ostsee – eine Tierwelt voller Geheimnisse
Was haben die tauchende Wasserspitzmaus im Kreis Plön und der röhrende 20-Ender-Hirsch im Segeberger Forst gemeinsam? Was hat die winzige Halligfliederspitzmausrüsselkäferart, die nur 7 mm groß wird, mit kämpfenden Maulwürfen im heimischen Garten zu tun? Und was hat der Wolf im Wald mit dem Kranich im Wilden Moor bei Rendsburg gemeinsam? Eigentlich gar nichts. Und doch sind sie alle Teil einer geheimnisvollen Tierwelt zwischen Nord- und Ostsee, die sich unseren Blicken nur allzu oft entzieht.
Dem Fernsehtierfilmer Joachim Hinz und seinen Mitstreitern Volker Kundikow und Reiner Jochims ist ist es gelungen, diesen im Verborgenen lebenden Tieren auf die Spur zu kommen – mit zum Teil noch nie zuvor gefilmten Aufnahmen.
- Freitag, 27.11.2026, 20:00 Uhr – La Bohème
Oper von Giacomo Puccini, die wohl populäste Liebesgeschichte auf der Opernbühne
Der junge Dichter Rodolfo teilt sich eine armselige Dachgeschosswohnung in Paris mit seinen drei Freunden: dem Maler Marcello, dem Musiker Schaunard und dem Philosophen Colline. Als er am Heiligen Abend seine Nachbarin Mimì kennenlernt, verlieben sich die beiden auf der Stelle ineinander und kommen sich näher. Doch ihr Glück währt nicht lange: Mimì ist todkrank und Rodolfo, dem dies erst zu spät bewusst wird, verliert sich in Misstrauen und Eifersucht.
Puccini, der wenige Jahre zuvor mit „Manon Lescaut“ seinen Durchbruch als Opernkomponist gefeiert hatte, schuf mit seiner „Bohème“ einen seiner größten Erfolge, der bereits ein Jahr nach der Uraufführung in ganz Europa gespielt wurde. Mit diesem Opernklassiker läuft das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester zur Hochform auf.
