Am Dienstag, 09. Juni 2026, war es soweit, den Grundstein für den Neubau des Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Tungendorf zu legen.
Der Baubeginn für den Neubau des Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Tungendorf erfolgte bereits im Februar 2026 mit der Kampfmittelsondierung und den erforderlichen Rodungsarbeiten.
Das mit rund 9,3 Millionen Euro veranschlagte Neubauprojekt soll im Sommer 2027 fertiggestellt werden. Durch den Zusammenschluss der Ortswehren Tungendorf-Dorf und Tungendorf-Stadt wurde der Neubau erforderlich. Der Bedarf von fünf Fahrzeug-Hallenstellplätzen mit den dazugehörigen funktionalen Räumlichkeiten und Außenanlagen wird durch den Neubau gedeckt. Das Grundstück befindet sich an der Straße Am Kamp neben der Kita Flinke Fööt, den angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen und der gegenüberliegenden Wohnbebauung. Für die Einsatzfahrzeuge ist eine direkte Ausfahrt auf die Straße vorgesehen. Im Bereich der Ausfahrt wird eine Ampelanlage errichtet.
Die Erschließung der Alarm- und Besucherstellplätze erfolgt kreuzungsfrei über eine separate Zufahrt. Durch die Lage von Stellplatzanlage und Übungsfläche südlich des Gebäudes wirkt das Feuerwehrhaus als Lärmpuffer zur nördlich gelegenen Wohnbebauung. Der durch einen Einschnitt in der Fassade hervorgehobene Haupteingang wird auf kürzestem Wege von der Stellplatzanlage sowie fußläufig von der Straße aus erreicht. Vom anschließenden Foyer aus werden alle Bereiche des Gebäudes erschlossen, das Obergeschoss über eine Treppenanlage sowie einen Aufzug. Die anrückenden Einsatzkräfte gelangen von den Alarmstellplätzen aus direkt in die Umkleiden, von wo aus sie einen unmittelbaren Zugang in die Fahrzeughalle haben. Die Rückkehr nach einem Einsatz erfolgt durch die Dekontaminationsräume und die angrenzenden Sanitärbereiche. Funkraum und Lagebesprechungsraum befinden sich angrenzend an das Büro der Wehrführung im Obergeschoss. Von hieraus ist der Blick über den Vorplatz sowie eine direkte Sichtbeziehung in die Fahrzeughalle gegeben.
Ebenfalls im Obergeschoss angeordnet ist der teilbare rund 120 m² große Schulungsraum mit angelagerter Küche und Zugang zur Dachterrasse. Letztere ist auch für Anleiterübungen vorgesehen. Zur Belichtung des Erschließungsflures sind Festverglasungen mit Blick in die Fahrzeughalle berücksichtigt. Im Obergeschoss befinden sich weitere Sanitäranlagen sowie die Technikräume.
Aufgrund der kompakten Gebäudeform sind sämtliche Bereiche auf kurzem Wege zu erreichen. Der zweigeschossige Neubau ist als konventionelle Stahlbeton- und Mauerwerkskonstruktion mit massiven Decken konzipiert. Die eingeschossige Fahrzeughalle ist als Skelettkonstruktion geplant und erhält ein Trapezblechdach mit Gründachaufbau. Eine PV-Anlage wird auf dem zweigeschossigen Gebäudeteil errichtet. Die helle Fassade verbindet die unterschiedlichen Funktionsbereiche der Feuerwehr und fasst den Komplex gestalterisch zusammen. Das Verblendmauerwerk ist robust und ortstypisch. Teilflächen der Fassade werden mit einer Fassadenbegrünung versehen. Die großzügig verglasten Fahrzeugtore stellen eine natürliche Belichtung der Halle sicher. Die Wärmeversorgung erfolgt über auf der Dachfläche aufgestellte Wärmepumpen. Das anfallende Regenwasser wird auf dem Grundstück versickert. Geplant ist zudem eine Netzersatzanlage, welche bei einem Netzausfall das Gebäude für 48 Stunden mit Strom versorgen kann. Das Gebäude erhält barrierefreie Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten für die öffentlich zugänglichen Bereiche.
Die gesamten Planungs- und Bauleistungen werden von der Fa. Aug. Prien, Hamburg als Totalübernehmer erbracht. Die Leistungen wurden vorab in einem europaweiten Vergabeverfahren auf Basis einer funktionalen Leistungsbeschreibung vergeben.

