Gründung eines Notfallverbundes

Die Stadt Neumünster ist Teil des Notfallverbundes Rendsburg-Eckernförde-Neumünster. Ziel dieses Verbundes ist der Schutz von Kulturgütern.

André Algarve, Leiter des Stadtarchivs (links), Stadtrat Carsten Hillgruber und Alfred von Dollen,
Stadtrat Carsten Hillgruber (m.), Leiter des Stadtarchivs André Algarve (l.) und Alfred von Dollen (Museum Tuch + Technik) (Bild: Lio Marten/Stadt Rendsburg)

Am Mittwoch, 01. Oktober 2025, wurde in Rendsburg der Notfallverbund Rendsburg-Eckernförde-Neumünster gegründet. Die Mitglieder dieses Verbundes sind elf Kulturgut-bewahrende Einrichtungen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie aus der Stadt Neumünster. Im Verbund sind sie so zusammen organisiert, dass sie sich im Notfall gegenseitig mit Personal, Fachwissen und Material unterstützen. Darüber hinaus vernetzen sich die Mitglieder untereinander und mit anderen Verbünden in Schleswig-Holstein und Deutschland, informieren einander über neue Erkenntnisse zum Thema Notfallvorsorge und führen gemeinsam Bergungsübungen durch. Der Notfallverbund Rendsburg-Eckernförde-Neumünster ist der fünfte seiner Art in Schleswig-Holstein.

In Neumünster gehören das Museum Tuch + Technik sowie das Stadtarchiv zu den Gründungsmitgliedern des Notfallverbundes.

Gründe für einen Notfallverbund:

Naturkatastrophen und Großschadensereignisse haben in den letzten Jahren verdeutlicht, wie wichtig die Notfallvorsorge für Kulturgut-bewahrende Institutionen ist. Beispiele dafür sind der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek (2004) oder der Einsturz des Kölner Stadtarchivs (2009). Der Krieg in der Ukraine zeigt außerdem, wie gefährdet Kulturgut in bewaffneten Konflikten ist.

Nach einem Brand, Starkregen oder auch nur einem gebrochenen Wasserrohr kommt es vor allem auf schnelle und sachkundige Hilfe an, da es durch Feuchtigkeit bereits nach wenigen Tagen zu Schimmelbildung kommen kann. Schimmel kann Papier zerstören und die Restaurierung von verschimmelten Unterlagen ist sehr kostspielig. Auch durch unsachgemäße Handhabung kann es bei der Bergung zu Schäden kommen.

Wie in vielen anderen Bereichen lohnt sich Prävention auch beim Schutz von Kulturgut: Durch die Beschaffung von Notfallboxen, der Erstellung eines Notfallplans und der Gründung des Notfallverbundes bereiten sich die Kulturgut-bewahrenden Einrichtungen auf den Notfall vor. So können sie Verluste verhindern, Kosten senken und ihrem Auftrag zur Bewahrung von Kulturgut nachkommen.