Entkusseln des Dosenmoors

Schüler haben gemeinsam mit ihren Lehrkräften der Walther-Lehmkuhl-Schule, Elly-Heuss-Knapp-Schule und Theodor-Litt-Schule richtig angepackt:

Schülerinnen und Schüler bei einer Expedition im Dosenmoor

Schülerinnen und Schüler der Walther-Lehmkuhl-Schule, Elly-Heuss-Knapp-Schule und der Theodor-Litt-Schule, haben am Donnerstag, 08. Oktober 2026, den Stift gegen Gummistiefel und Strauchroder getauscht und sind im Rahmen einer Aktion für mehr Moor- und Klimaschutz im Dosenmoor aktiv geworden. 
Geplant wurde das Ganze in einer Kooperation der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Neumünster mit dem Team der BNE-Allianz 3+1 der regionalen Berufsbildungszentren und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Schülerinnen und Schüler sowie auch die Lehrkräfte, zeigten vollen Körpereinsatz und kamen beim Entkusseln ordentlich ins Schwitzen.
Entkusseln nennt man das Entfernen junger Gehölze, sogenannter Kussel, von z.B. Moorböden. Gehölze wie die Birke entziehen dem Moor viel Wasser und beschatten die im Moor angesiedelten Pflanzen. Mit dieser Naturschutz-Maßnahme begünstigt man somit die gewünschte Vernässung und die natürliche CO2-Speicherung eines Moores und verhindert ungewollte Verschattung und ein Zuwachsen der natürlicherweise baumfreien Moorflächen. Diese Arbeit übernimmt im Dosenmoor üblicherweise großflächig eine Hüteschafherde. In manchen Bereichen kommen die Schafe aber nicht hinterher. Die UNB hat deshalb im Vorfeld eine Fläche für die Aktion im Dosenmoor ausgewählt, die möglichst nah an einem der Wege liegt und bei der die Einwirkung in das Naturschutzgebiet durch das Betreten so gering wie möglich gehalten werden konnte.

Neben dem schweißtreibenden praktischen Einsatz der Gruppen, ging es für die Teilnehmenden auf eine lehrreiche Exkursion durch das Dosenmoor. Hier erfuhren sie, warum der Erhalt und die Renaturierung der Moore so wichtig für das Klima, den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt ist. 

Denn bedenkt man, dass Moore weltweit etwa doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder - inklusive des Amazonas und anderer Regenwälder – zusammen, obwohl Moore nur 3% der Landfläche der Erde ausmachen, wird deutlich warum eine Renaturierung, Vernässung und der Schutz unserer Moore so wichtig sind für den Klimaschutz. Auch der Artenschutz kommt beim Moorschutz nicht zu kurz: Denn in den Feuchtgebieten wachsen und leben eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die auf diesen extremen Lebensraum spezialisiert sind und nur hier vorkommen. Daher sind Moore auch besonders wichtig für die Biodiversität. 

Es war ein langer und intensiver Tag. Die Schüler und Schülerinnen haben viel gelernt, nasse Füße bekommen aber auch viel Spaß gehabt. Der Tag hat gezeigt, dass ihr körperlicher Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz geleistet hat. 

Zum krönenden Abschluss der Aktion, gab es als Dankeschön eine leckere Suppe zum Aufwärmen, gesponsort vom der Stadt Neumünster. 

Ein großer Dank geht an alle Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte für ihre Tatkraft, ihre Neugier und ihren Einsatz für den Klima- und Moorschutz, sowie an das Team der BNE-Allianz 3+1 und die Stiftung Naturschutz für die tolle Zusammenarbeit.