Regenwassereinleitungen

Niederschlagswasser beschreitet nach dem Auftreffen auf die Erde drei verschiedene Wege:

  • (a) Ein Teil verdunstet unmittelbar von der Erdoberfläche oder langfristig über Pflanzen.
  • (b) Ein Teil versickert natürlicherweise im Erdboden, trägt dort zur Grundwasserneubildung bei und fließt mit dem oberflächennahen Grundwasser sehr verzögert dem nächsten Oberflächengewässer zu. Das Oberflächengewässer leitet das Wasser in die Nord- oder Ostsee.
  • (c) Je nach Neigung, Oberflächenbeschaffenheit und Bewuchs fließt ein Anteil des Niederschlagwassers als Oberflächenwasser direkt einem Vorfluter zu. Dies kann im besiedelten Bereich durch eine Kanalisation geschehen oder im ländlichen Bereich oberflächlich direkt von der Fläche über das Ufer in das Gewässers.
    Die direkte Ableitung des Oberflächenwassers stellt für das Oberflächengewässer sowohl bezüglich der Schmutzfracht als auch der Wassermenge die größte Belastung dar. Die Gefahr von schädlichen Gewässerverunreinigungen und Überschwemmungen in unterliegenden Gebieten ist gegeben.

Durch die versickerungsfähigen Böden und die geringe Geländeneigung treten natürlicherweise in Neumünster die Fälle a) und b) auf. So fließt nach dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holsteins im Naturraum Neumünster nur ein Prozent des Niederschlagwassers zum nächsten Vorfluter ab.

Bei Bodenverdichtungen, Versiegelungen und Bebauung ist die Versickerung in den Untergrund behindert und es kommt theoretisch zu einem oberflächlichen Abfluss. Zum Schutze des Vorfluters vor hydraulischem Stress, zum Schutze der Anwohner vor Hochwasserereignissen und zum Schutze und Erhalt des Grundwassers lässt die Stadt Neumünster weitere Einleitungen von Niederschlagswasser in den Vorfluter nicht zu.

Da in Neumünster die Entwässerung des Niederschlagswassers in der Regel nicht über die öffentliche Kanalisation in den Vorfluter erfolgen kann, muss bei Neubauten, Neubaugebieten sowie bei Flächen, bei denen sich der Versiegelungsgrad ändert, anfallendes Niederschlagswasser auf dem betroffenen Grundstück versickert – Regenwasserversickerung – werden.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die untere Wasserbehörde gerne zur Verfügung.