Hitzeschutz
Die Sommer werden heißer und besonders in Städten kann Hitze schnell zur Belastung werden. Ab Temperaturen über 30°und bei anhaltenden Hitzewellen (an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 28°C) steigt das Risiko für gesundheitliche Probleme deutlich an. Dabei ist Hitze ist das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Sie kann für alle gefährlich werden und das Risiko wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat Städte mit jeweils mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hinsichtlich ihres Hitzeschutz untersucht. Als Kriterien wurden hierfür die durchschnittliche Oberflächentemperatur im Sommer, der Anteil an versiegelten Flächen und der Anteil an kühlenden Grünflächen herangezogen und ins Verhältnis zur Bevölkerungsdichte gesetzt. Besonders betroffen sind Städte in Süddeutschland, doch auch in Norddeutschland gibt es Handlungsbedarf. Neben Elmshorn und Lübeck hat auch Neumünster eine „Gelbe Karte“ erhalten.
Zur Veranschaulichung der kühlenden Wirkung von Grünflächen und schattigen Orten an Hitzetagen wurden am Kleinflecken Messungen durchgeführt und die Ergebnisse im Bild rechts zusammengefasst.
Kostenloses öffentlich zugängliches Trinkwasser in Neumünster
| Adresse | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Kuhberg 18 (Bürgerbüro) | Mo, Di, Do, Fr: 08:00 –12:00 Uhr, Do: 14:30 – 17:30 Uhr |
| Großflecken 32 | Mo – Sa: 08:00 – 20:00 Uhr, So 10:00 – 18:00 Uhr |
| Großflecken 59 (Neues Rathaus) | Mo – Fr: 06:00 – 17:00 Uhr |
| Kleinflecken 38 | Mo – Sa: 08:00 – 20:00 Uhr, So 10:00 – 18:00 Uhr |
| Rencks Park | Mo – Sa: 08:00 – 20:00, So 10:00 – 18:00 Uhr |
| Strandallee 35 (Einfelder See, DLRG) | ganzjährig geöffnet |
| Einfelder Schanze 4 (Einfelder See) | Mai bis Oktober (witterungsabhängig) |
Umgang mit Hitze in Neumünster
Auch Neumünster hat sich auf den Weg gemacht, die Stadt auf zukünftige Hitzewellen und die damit einhergehenden gesundheitlichen Folgen besser vorzubereiten. Die Stadtklimaanalyse liefert wichtige Daten und Erkenntnisse über die klimaökologische Situation Neumünsters und ermöglicht räumlich detaillierte Aussagen zur Hitzebelastung einzelner Stadtgebiete. Insbesondere dicht bebaute und stark versiegelte Bereiche mit wenig Grünflächen sind besonders anfällig für hohe Temperaturen und fordern zum Handeln auf. Dies trifft auf weite Teile der Innenstadt wie z.B. den Großflecken zu, aber auch auf das Gewerbegebiet Süd und andere Bereiche. Basierend auf den Ergebnissen der Stadtklimaanalyse wurde 2024 die Klimaanpassungsstrategie für Neumünster erstellt. Diese zeigt konkrete Maßnahmen im Stadtgebiet zur Prävention und Minderung der Auswirkungen von sowohl Hitze als auch Starkregen auf. Dazu gehören z.B. Begrünung, Entsiegelung und Verschattung.
Wo erreiche ich die nächste Grünfläche?
Ein 2026 gestartetes Stadtklimadashboard zeigt deutschlandweit, wo kühlende Grünflächen in Städten und außerhalb erreichbar sind. Finden Sie heraus, wo Sie an Hitzetagen die nächste Grünfläche erreichen und wie gut Ihr Wohnumfeld mit Grünflächen versorgt ist. Das Stadtklimadashboard wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) entwickelt.
Bei Hitze besonders gefährdete Personen:
- ältere, pflegebedürftige und kranke Menschen
- Menschen mit Beeinträchtigungen
- alleinlebende Menschen
- Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder
- im Freien arbeitende und Sport treibende Menschen
- obdachlose Menschen
Tipps zum Schutz vor Hitze
Hitze und Sonnenstrahlung (ver-)meiden
- pralle Sonne meiden und eher morgens/abends rausgehen
- morgens und abends mit Durchzug lüften, Fenster tagsüber schließen und mit Rollos ö.ä. abdunkeln
- niemanden im Auto zurücklassen
- körperliche Anstrengungen reduzieren und Pausen einlegen
- Backen und Bügeln auf kühlere Tage verschieben
- Kopfbedeckungen und leichte, helle, lange Kleidung tragen
- nicht unbedingt notwendige elektrische Geräte ausschalten
- sich im Schatten aufhalten und z.B. Sonnensegel oder -schirme aufspannen
- mit Sonnenschutzmitteln eincremen
- Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz tragen
Essen, Trinken und ggf. Medikamente anpassen
- häufiger, aber kleinere und leichtere Portionen und viel frisches, wasserhaltiges Obst und Gemüse (z.B. Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Melonen) essen
- täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken
- den durch Schwitzen verursachten Flüssigkeitsverlust mit mineralisiertem Wasser, verdünnten Säften, Tees oder lauwarmer, leicht salziger Brühe ausgleichen
- nicht zu kalte Getränke trinken, die zu Magenbeschwerden führen können
- auf Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker verzichten, weil diese den Körper austrocknen
- Medikamentenplan ggf. nach ärztlicher Absprache anpassen
Für Abkühlung sorgen
- kühl (aber nicht zu kalt) duschen
- Haut mit feuchten Tüchern, Kühlpads, o.Ä. kühlen
- Pflanzen auf Balkon, Terrasse und Dach, im Garten und an der Fassade pflanzen, denn diese kühlen durch Verdunstung und Verschattung ihr Umgebung (Liste an empfohlenen heimischen Pflanzen für den eigenen Garten/Balkon im Umwelt-ABC der Stadt Neumünster)
- sich an begrünten Orten oder in Gewässernähe aufhalten, da Verdunstung die Umgebung kühlt (Finden Sie über das Stadtklimadashboard heraus, wo Sie bei Hitze die nächste kühlende Grünfläche finden)
Informiert bleiben
- sich über Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes informieren,
- den Newsletter des Deutschen Wetterdienstes zu Wetterwarnungen abonnieren und weitergeben
Bei Gefahr reagieren
Bei folgenden Symptomen sofort einen Notarzt (Telefon 112) rufen:
- schnell ansteigendes Fieber
- hochroter, heißer Kopf
- unstillbares Erbrechen
- nach Sonneneinwirkung auftretende Nackensteife
- Bewusstlosigkeit
- Kreislaufzusammenbruch
- Krampfanfall
- plötzliche Bewusstseinstrübung oder Unruhe
Handeln bis zum Eintreffen des Notarztes:
- betroffene Persone an einen kühleren Ort bringen
- wenn die Person ansprechbar ist, mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern.
- bei Bewusstlosigkeit die Person in die stabile Seitenlage bringen
- beengte Kleidung öffnen
- Körperregionen, die sich heiß anfühlen, mit kühlen, feuchten Tüchern und Luft-Zufächeln kühlen.
- Personen leicht zudecken, wenn diese friert und sich die Haut nicht heiß anfühlt
- wenn die Person wach und nicht verwirrt ist, sich nicht erbricht und ihr nicht übel ist, schluckweise Mineralwasser oder abgekühlten Tee zu trinken geben
Veranstaltungen

Die Stadt Neumünster sowie weitere Akteure wie die Verbraucherzentrale bieten viefältige weitere Veranstaltungen rund um Themen wie Gebäudebegrünung, Gartengestaltung, Hitzeschutz oder Starkregen an.
Weitere Informationen und Verhaltenstipps
- Postkarte “Schutz bei Hitze” der Stadt Neumünster, (PDF-Datei zum Download)
- Infos zu Dachbegrünungen auf der Website der Stadt Neumünster
- Infos zu Fassadenbegrünungen auf der Website der Stadt Neumünster
- Liste an empfohlenen heimischen Pflanzen für den eigenen Garten/Balkon im Umwelt-ABC der Stadt Neumünster
- Bundesweiter Hitzeaktionstag: Infos zu vergangenen Aktionen in Neumünster
- Infos zum Hitzeschutz in Schleswig-Holstein auf der Website von Schleswig-Holstein
- Themenseite ‘Hitze’ auf der Website des Deutschen Wetterdienstes
- Gesundheitsrisiko Hitze auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit
- Informationen zu Extremwetterereignissen & aktuelle Warnungen im Naturgefahrenportal des Deutschen Wetterdienstes
- Infors zu Hitze im Webportal Klima Mensch Gesundheit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung inklusive Infos zu hitzebedingten Beschwerden mit Symptomen und Sofortmaßnahmen
- Themenseite ‘Hitze und Gesundheit’ auf der Website des Robert-Koch-Instituts
- Vorsorge und Handeln bei Hitze und Dürre auf der Website des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
- Infoblatt ‘Pflege und Hitzeschutz’ auf der Website des Pflege-Netzwerks Deutschland
- Der Hitzeknigge zum Download auf der Website des Umweltbundesamtes (auch in Leichter Sprache verfügbar)
- Themenseite ‘Hitzeschutz’ auf der Website vom Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit


