Wie wurde die Stadtklimaanalyse erstellt?

Die Stadtklimaanalyse wurde mit einem Computermodell erstellt. Dafür wurde nicht an jeder Stelle im Stadtgebiet gemessen. Stattdessen wurden viele räumliche Daten zusammengeführt und mit einem Stadtklimamodell berechnet.

Für Neumünster wurde das Modell FITNAH 3D eingesetzt. Die Berechnung erfolgte mit einer Auflösung von 10 mal 10 Metern. Das Modellgebiet umfasst nicht nur das Stadtgebiet, sondern auch das Umland, damit Luftaustausch und Kaltluft aus angrenzenden Bereichen berücksichtigt werden können. Insgesamt wurden rund 1,7 Millionen Rasterzellen berechnet.

In das Modell eingeflossen sind unter anderem Geländehöhen, Landnutzung, Versiegelung, Gebäude aus dem 3D-Stadtmodell, Luftbilder, Baumstrukturen, Gewässer, Straßen, Gleise, Grünflächen und geplante Entwicklungsflächen.

Für die Klimaanalysekarte wurde eine typische sommerliche Hitzesituation mit wolkenlosem Himmel und schwachem Wind betrachtet. Dabei wurden für das Zukunftsszenario 2050 zusätzlich die erwartete Temperaturzunahme, eine geringere Bodenfeuchte und absehbare Entwicklungsflächen berücksichtigt.

Für die Planungshinweiskarte wurden zwei Zeitpunkte berücksichtigt: 4 Uhr morgens für die Nachtsituation und 14 Uhr für die Tagsituation.

Fragen & Antworten zur Erstellung der Stadtklimaanalyse

Bei einer Modellierung werden viele räumliche Daten in einem Computermodell zusammengeführt und daraus Klimaergebnisse für das Stadtgebiet berechnet. Für die Stadtklimaanalyse fanden also keine Messungen im Stadtgebiet statt, sondern das Stadtklima wurde berechnet, in dem verschiedenen nhand vorhandener Daten berechnet.

Modellierung des Stadtklimas des Ist-Zustands

Im ersten Schritt wurden Daten, die charakteristisch für die Landschaft des Untersuchungsgebietes sind (z.B. Geländehöhe und Gebäude des 3D-Stadtmodells) in das ausgewählte Stadtklimamodell FITNAH 3D eingespeist. So wurde das Modell mit den Eigenschaften des Stadtgebiets von Neumünster eingestellt. Dann wurden im nächsten Schritt Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes in das Stadtklimamodell eingespeist, um das Stadtklima in Neumünster zu modellieren. Mithilfe dieser Datengrundlage hat das Modell dann Klimaparameter (z.B. Lufttemperatur und Kaltluftströmungen) errechnet, die zusammengefasst die Grundlage für die „Klimaanalysekarte Ist-Zustand“ bilden.

Modellierung des Stadtklimas der Zukunft

Um das zukünftige Stadtklima zu modellieren, wurde zuerst das Stadtklimamodell FITNAH 3D um Daten über zukünftige, jetzt schon absehbare Bau- und Flächenentwicklungsvorhaben ergänzt. So wurde das Modell mit den zukünftigen Eigenschaften des Stadtgebiets von Neumünster eingestellt. Dann wurden die zukünftigen Klimaveränderungen mithilfe von Klimadaten der 
EURO-CORDEX-Initiative prognostiziert, wobei Daten des sogenannten Szenarios RCP 8.5 verwendet wurden. Dieses Szenario wurde vom Weltklimarat entwickelt und geht davon aus, dass die menschlich-verursachten Treibhausgasemissionen nicht reduziert werden, sondern bis zum Ende des Jahrhunderts konstant bleiben. Folglich geht der Klimawandel ungebremst weiter und führt voraussichtlich zu einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 0,9 bis 1,9 °C bis 2050 in Neumünster. Mithilfe dieser Klimadaten konnte das Stadtklimamodell dann die Entwicklung der Klimaparameter (z.B. Lufttemperatur und Kaltluftströmungen) in der Zukunft errechnen. Die Ergebnisse bilden zusammengefasst die Grundlage für die „Klimaanalysekarte Zukunft“.

Für die Stadtklimaanalyse wurden Geländehöhen, Landnutzung, Versiegelung, Gebäude, Baumstrukturen, Luftbilder, Entwicklungsflächen und weitere Geodaten verwendet.

Bei wolkenlosem Himmel und schwachem Wind (den Eigenschaften einer typischen Hitzesituation) werden lokale Stadtklimaunterschiede besonders sichtbar.

4 Uhr zeigt die nächtliche Abkühlung, 14 Uhr zeigt die Wärmebelastung am Tag.

Es zeigt eine mögliche Entwicklung unter Berücksichtigung von Klimawandel, geringerer Bodenfeuchte und Entwicklungsflächen.