Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2022

Ansprache zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Vicelinkirche am 27. Januar 2022, um 18.15 Uhr

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Politik,
von Vereinen und Verbänden,
der Kirche
und dem Runden Tisch für Toleranz und Demokratie,
liebe Neumünsteranerinnen und Neumünsteraner,
meine sehr geehrten Damen und Herren.

Heute vor 77 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee befreit.
Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus. Dieses Gedenken hat in Zeiten der Corona-Pandemie eine andere Form, jedoch keine andere Bedeutung:

Wir gedenken des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte, der deutschen Geschichte.
Wir gedenken der Shoa, der Juden Europas, die Opfer der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus wurden.
Wir gedenken der Vergangenheit auch deshalb, um Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Ich habe mir heute die Rede der Holocaust-Überlebenden Inge Auerbacher im Bundestag angesehen. Ich war tief beeindruckt von dieser Frau und ihrer Rede. Sie mahnt uns als eine der letzten Überlebenden, dass die Vergangenheit nie vergessen werden darf. Und sie äußerte auch ihren innigsten Wunsch; den Wunsch nach Versöhnung aller Menschen. Mich hat das tief bewegt. Wie dankbar können wir als Deutsche sein, wenn ein Mensch, der die Verfolgung durch die Nazis überlebt hat und der unsagbar Schreckliches erlebt haben muss, uns Deutschen die Hand reicht und sich nach Versöhnung sehnt.

Diesem Wunsch sollten wir gerecht werden, dieser Wunsch von Inge Auerbacher ist Verpflichtung für uns. Um diesen Wunsch von Inge Auerbacher gerecht werden zu können, müssen wir den Antisemitismus ausmerzen. Judenhass und Antisemitismus sind in vielen Ländern der Welt und auch in Deutschland wieder an der Tagesordnung. Inge Auerbacher fand heute im Bundestag eine wie ich finde besonders für diese Zeit passende Metapher dafür. Sie sprach von der „Krankheit des Antisemitismus“. Wir haben in den letzten Monaten gelernt, wie wir mit Krankheiten und Pandemien umgehen müssen. Dass wir uns schützen müssen, dass wir uns als Gesellschaft immunisieren müssen, dass wir wachsam sein müssen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns immer wieder an das Geschehene erinnern und deshalb bin ich dankbar, dass wir hier heute zusammenkommen können und bedanke mich bei allen Beteiligten, insbesondere bei Propst Block, Pastorin Bremer, Pfarrer Wohs und dem Runden Tisch für Toleranz und Demokratie, dass sie nicht nur einen Gottesdienst, sondern auch eine Ausstellung hier in der Vicelinkirche organisiert haben.
So haben wir die Chance, gemeinsam über das Geschehene nachzudenken, zu gedenken, zu erinnern und zu mahnen.
 
In Neumünster haben wir ein starkes Bündnis gegen rechte Tendenzen, auf das wir alle stolz sein können.
Angst schüren, andere Menschen für eine Situation verantwortlich machen und Hass fokussieren: So etwas dürfen wir nicht tolerieren und umso wichtiger ist es, dass wir immer wieder zeigen, dass Menschen mit solchen Gedanken in der Minderheit sind.

Ich freue mich sehr, dass auch die gleich zu eröffnende Ausstellung diesem Gedanken der Reflexion nachkommt und gleichzeitig auf eine Gruppe von verfolgten Menschen hinweist, die sonst nicht so sehr im Fokus des Holocaust-Gedenktages steht: Christen im Konzentrationslager.
Die Nationalsozialisten haben ihren Hass gegen unterschiedlichste Gruppen und Andersdenkende gerichtet, darunter neben Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, Widerstandskämpferinnen und -kämpfer, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, eben auch Christen und es ist gut, dass diese mit der Ausstellung einen Ort des Erinnerns haben.

Auch als Stadt setzen wir uns mit der Zeit des Holocausts auseinander und es erinnern Stolpersteine an Menschen wie Heinz Baronowitz, der in der Propstenstraße lebte, Rita Gumprich, die mit ihrem Mann am Schleusberg lebte, oder Egon Salomon Minden, der in Neumünster in der Wasbeker Straße ansässig war. Sie alle wurden Opfer des Fremdenhasses der Nazis und unsere Stadt verlor damit einen Teil der Gesellschaft.
Herr Baronowitz, Frau Gumprich, Herr Minden, wir vergessen sie nicht.

Aber wir wissen noch viel zu wenig über die jüdische Geschichte unserer Stadt – die dunklen Seiten, aber auch die hellen, die fröhlichen dieser jüdischen Geschichte Neumünsters. Diese Geschichte will ich genauer kennenlernen. In wenigen Jahren, 2027, werden wir unser 900-jähriges Stadtjubiläum feiern. Bis dahin wollen wir alle mehr über die jüdische Geschichte Neumünsters wissen. Denn auch so kommen wir dem Wunsch von Inge Auerbacher einer Versöhnung näher.

Shalom

Verwaltungsleitung und Leitung von Sachgebiet I

Oberbürgermeister Tobias Bergmann

Neues Rathaus • Großflecken 59
Zimmer 2.7 (2. Etage, Südflügel)
Telefon 04321  942 2325
Telefax 04321  942 2323
E-Mail

Büro des Oberbürgermeisters:
Büroleiter Thorben Pries
Zimmer 2.14
Telefon 04321  942 2789
E-Mail

Vorzimmer:
Jennifer Dumath
Zimmer 2.9
Telefon 04321  942 2318
E-Mail

Tobias Bergmann leitet das Sachgebiet I – Interne Steuerung und ist damit zuständig für den Fachdienst Zentrale Verwaltung und Personal, Fachdienst EDV und Fachdienst Recht. Zudem ist er Stellvertreter des Ersten Stadtrats für das Sachgebiet III – Schule, Kultur, Sport, Soziales und Gesundheit.

Als gewählte Beamte ihrer Stadt haben Bürgermeister und Oberbürgermeister einen Anspruch auf Besoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz.

Wie viel ein Oberbürgermeister verdient, richtet sich nach der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt und ist in der sogenannten Eingruppierungsverordnung des Landes Schleswig-Holstein festgelegt. Neumünster als kreisfreie Stadt fällt hierbei in die Gruppe mit der Einwohnerzahl bis zu 150.000.

Oberbürgermeister Tobias Bergmann wird aus diesem Grund nach der Besoldungsgruppe B6 bezahlt. Das monatliche Grundgehalt (Brutto) beträgt 10.053,22 Euro. Darüber hinaus erhält er eine Aufwandsentschädigung gem. § 10 Absatz 1 Landesverordnung über die Besoldung der hauptamtlichen Wahlbeamtinnen und Wahlbeamten auf Zeit (KomBesVO) in Höhe von 265,00 Euro monatlich.

Die Bruttobesoldung beträgt somit monatlich 10.318,22 Euro.

Nebentätigkeiten und Ehrenämter

Folgende Nebentätigkeiten bzw. Ehrenämter werden vom Oberbürgermeister wahrgenommen*:

  • Vorstandsmitglied des Städtetages Schleswig-Holstein (Ehrenamt)
  • Aufsichtsrat Wirtschaftsagentur Neumünster GmbH (Nebentätigkeit)
  • Mitglied der Gesellschafter-Versammlung/gesetzlicher Vertreter: Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH, Holstenhallen Neumünster GmbH, Holstenhallen Service GmbH, SWN Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH, Wirtschaftsagentur Neumünster GmbH und Wohnungsbau GmbH Neumünster (Gesellschaftervertreter/Gesetzlicher Vertreter)

(Stand: Januar 2022)

* Zur Offenlegung dieser Angaben für die Bürgerinnen und Bürger ist der Oberbürgermeister nicht verpflichtet.

Ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Neumünster

Im Jahre 1870 erhielt Neumünster das Stadtrecht. Als erster Bürgermeister verpflichtet wurde Eduard Schlichting (1870 bis 1894).
Es folgte Max Röer (1894 bis 1919). Ihm wurde 1904 der Titel Oberbürgermeister und am 27. Juni 1913 die goldene Amtskette verliehen.

Danach folgten als Oberbürgermeister:
Detlef Schmidt 1919 bis 1933
Max Stahmer 1933 bis 1945
Gustav Bärwald (Oberstadtdirektor) 1945 bis 1946
Ludolf Behnke (CDU) 1946 bis 1948
Hugo Voß (SPD) 1948 bis 1950
Walther Lehmkuhl (SPD) 1950 bis 1970
Dr. Uwe Harder (SPD) 1970 bis 1988
Franz-Josef Pröpper (SPD) 1988 bis 1991
Hartmut Unterlehberg (SPD) 1991 bis 2009
Dr. Olaf Tauras (erst parteilos, dann CDU) 2009 bis 2021

Die Gemälde von acht Oberbürgermeistern (siehe oben) hängen im neuen Rathaus in der 2. Etage im Südflügel.