Reallabor "Betriebliches Mobilitätsmanagement"
Gemeinsam mit der Süderelbe-Region und dem Landkreis Stade hat die Stadt Neumünster im Jahr 2023 das Reallabor "Betriebliches Mobilitätsmanagement" als Teil des Leitprojektes "Mobilitätsmanagement/ Kompetenzcentrum Mobilität" der Metropolregion Hamburg gestartet und bis Ende 2024 abgeschlossen. Dieses Reallabor sollte teilnehmenden Unternehmen ein kostenloses Beratungsangebot bieten, um sie bei der Umsetzung nachhaltiger Mobilitätslösungen zu unterstützen. Ziel war, die Verkehrsströme der Unternehmen effizienter sowie umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Zu diesen Verkehrsströmen zählen z.B. Dienstreisen, Arbeitswege der Beschäftigten und Transportwege.
Im Rahmen des Leitprojektes wurde ein Werkzeugkasten zum betrieblichen Mobilitätsmanagement erarbeitet. Dieser trägt strategische Steckbriefe zu den Praxisbeispielen aus den verschiedenen Reallaboren zusammen. So werden die in den Reallaboren entwickelten Handlungsansätze und gesammelten Erkenntnisse auch anderen Unternehmen in der Metropolregion zugänglich gemacht.
An dem Reallabor nahmen drei Unternehmen aus Neumünster sowie die Stadtverwaltung teil. Ihre Mobilitätsbedarfe wurden erfasst und analysiert. Darauf aufbauend wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet und individuelle Unternehmensberichte erstellt. Außerdem ist ein Unternehmensnetzwerk entstanden, in dem sich über das Reallabor ausgetauscht wurde. Auf diesem Weg wurden Informationen und Erfahrungen regelmäßig geteilt.
Weitere Informationen:
Ergebnisse des Reallabors: Bestandsanalysen in den Unternehmen – Ein kleiner Einblick
Im Rahmen des Reallabors wurde für die teilnehmenden Unternehmen in Neumünster je eine umfangreiche Bestandsanalyse durchgeführt. Diese umfasste Erreichbarkeitsanalysen, Stellplatzerhebungen und Mitarbeitendenbefragungen.
Ein vielversprechendes Potenzial für klimagerechte betriebliche Mobilität liegt beispielsweise in der Förderung der Fahrradmobilität. In den untersuchten Unternehmen gaben viele befragte Mitarbeitende an, für fahrradfreundliche Distanzen unter sechs Kilometern weiterhin das eigene Auto zu nutzen. Mit E-Bikes und Pedelecs lassen sich inzwischen längere Strecken bewältigen. Auch für die „Erste/Letzte Meile“ zwischen ÖPNV-Haltestelle und Arbeitsort, insbesondere an dezentral gelegenen Standorten, bietet sich die Nutzung von Fahrrädern an. Zudem hätte sie bei einem Arbeitsweg von mindestens 10 Minuten (ca. drei Kilometer) einen positiven gesundheitlichen Effekt.
Diese und weitere Analysen zu verschiedenen Formen betrieblicher Mobilität wurden für die Unternehmen jeweils in Steckbriefen zusammengefasst und dienten dann als Grundlage für die Erarbeitung konkreter Maßnahmenvorschläge. Zur Veranschaulichung ist in Abbildung 1 ein Auszug aus dem Steckbrief der Stadtverwaltung gezeigt. Im Bereich der Fahrradmobilität könnten Maßnahmen wie der Ausbau von Fahrradleasing-Angeboten für Mitarbeitende und die Erweiterung des Dienstfahrradfuhrparks (mit Klapprädern, Lastenfahrrädern und E-Bikes) sowie die Optimierung der Informationskommunikation und des Ausleihsystems umgesetzt werden. Ebenso wären der Ausbau attraktiver Fahrradabstellanlagen (überdacht, gesichert, mit E-Lademöglichkeiten) und das Bereitstellen zusätzlicher Angebote (wie Umkleiden, Duschen, Reparaturstationen, Teilnahme an Stadtradeln, Kilometerpauschalen für das Fahrrad und die Anbindung an ein Leihradsystem) denkbar.
Für jeden Betrieb wurden solche und ähnliche Maßnahmen individuell geprüft und im Dialog weiterentwickelt.
Ablauf des Reallabors
Oktober 2024: Zweites Netzwerktreffen
Am 1. Oktober 2024 luden die Stadt Neumünster und die Wirtschaftsagentur erneut zum Unternehmerfrühstück im Projekt "Betriebliches Mobilitätsmanagement" in den Räumen der Wirtschaftsagentur (LOG In). Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen in Neumünster ansässigen Unternehmen und Branchen haben sich über den Stand des Projektes informiert und über Umssetzungsansätze bezüglich Themen wie z.B. Carsharing, E-Ladeinfrastrukturen oder Jobticket ausgetauscht. Inhaltlich und fachlich wurde das Treffen von den beiden Büros GGR und die Planersocietät gestaltet.
Die Präsentationsfolien vom zweiten Netzwerktreffen können über diesen Link als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
September 2024: Abschlusskonferenz des Leitprojektes der Metropolregion Hamburg
Die Abschlusskonferenz des Leitprojektes "Mobilitätsmanagement / Kompetenzcentrum Mobilität" der Metropolregion Hamburg, zu dessen Projekten das Reallabor "Betriebliche Mobilität" in Neumünster zählt, fand am 10. September 2024 in Hamburg statt. Dort wurden die Ergebnisse aus den Reallaboren vorgestellt. Das Reallabor in Neumünster lief aber noch bis Ende des Jahres 2024.
Juni 2024: Bericht aus dem Reallabor "Betriebliches Mobilitätsmanagement"
Im Rahmen des Digitalen Dienstags, welcher von der Planersocietät Dortmund regelmäßig zu verschiedenen Mobilitätsthemen veranstaltet wird, ging es am 4. Juni 2024 um das Thema „Mobilität für Betriebe neu denken“. Hierzu berichteten Dr. Olaf Krüger (Süderelbe AG), Stefanie Fingerhut vom Unternehmen Dachser (Neumünster) sowie Julia Schirrmacher (Leiterin der Stabsstelle Klima und Umweltqualität der Stadt Neumünster) ihre Erfahrungen aus dem laufenden Reallabor "Betriebliches Mobilitätsmanagement".
Ein Mitschnitt der einstündigen Veranstaltung kann im folgenden Video angesehen werden.
März 2024: Erstes Netzwerktreffen
Am 12. März 2024 fand das erste Netzwerktreffen im Projekt "Betriebliches Mobilitätsmanagement" für Unternehmen in den Räumen der Wirtschaftsagentur (LOG In) statt. Die Stadt und die Wirtschaftsagentur hatten zum Unternehmensfrühstück eingeladen. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen in Neumünster ansässigen Unternehmen und Branchen haben sich über die laufenden Analysen der Betrieblichen Mobilität und über gute Beispiele aus der Praxis informiert. Diese reichten von JobTicket, Fahrradverleihstation und Fahrradleasing bis hin zu Mobilitäts-Hubs und lieferten viel Stoff für einen anregenden Austausch und Vernetzung unter den Teilnehmenden. Inhaltlich und fachlich wurde das Treffen von den beiden Büros GGR und die Planersocietät gestaltet. Die hohe Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt aus unserer Sicht den Austausch- und Handlungsbedarf zu diesem Thema in den Betrieben.
Die Präsentationsfolien vom ersten Netzwerktreffen können über diesen Link als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
Weiterführende Hinweise
Private Unternehmen (unabhängig ihrer Rechtsform) sowie Körperschaften / Anstalten des öffentlichen Rechts können die Förderung des Kaufs von E-Lastenfahrrädern beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert mit der E-Lastenfahrrad-Richtlinie den fahrradgebundenen Lastenverkehr. Die Förderung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Förderfähig sind 25 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung, maximal jedoch 3.500 Euro pro E-Lastenfahrrad bzw. E-Lastenanhänger.
Ansprechperson
Julia Schirrmacher, Leitung der Stabsstelle Klima und Umweltqualität der Stadt Neumünster
E-Mail: julia.schirrmacher@neumuenster.de
Telefon: 04321 942 2125



