European Energy Award (eea)

Um die Erfolge der Stadt Neumünster im Klimaschutz sichtbar zu machen und weitere Handlungsbedarfe aufzuzeigen, nahm die Stadtverwaltung gemeinsam mit ihren städtischen Beteiligungen zwischen Juli 2020 am European Energy Award (eea) teil. Der eea ist ein in vielen Kommunen im deutschsprachigen und internationalen Raum bewährtes Planungs- und Zertifizierungsinstrument zur Koordinierung und Überprüfung der kommunalen Klimaschutzmaßnahmen. Nach vier Jahren erfolgte im Jahr 2024 eine Zertifizierung der Stadt Neumünster als eea-Kommune.

Am Anfang stand eine Ist-Analyse der Ausgangslage: Welche Klimaschutzmaßnahmen wurden bzw. werden bereits umgesetzt? Welche Emissionseinsparungen konnten dadurch erreicht werden? In den folgenden sechs kommunalen Handlungsfeldern wurden dann Maßnahmen erfasst:

  • Entwicklungsplanung und Raumordnung
  • Kommunale Gebäude und Anlagen
  • Versorgung, Entsorgung
  • Mobilität
  • Interne Organisation
  • Kommunikation, Kooperation.

Ein internes Energieteam unter Leitung der Stabsstelle Klima und Umweltqualität war für die Umsetzung des eea-Prozesses in der Kommune verantwortlich – es war Entwicklungszentrale und Motor der energie- und klimapolitischen Arbeit. Das Team setzte sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen kommunalen Fachbereiche und der Eigenbetriebe – bei Bedarf unter Mitwirkung fachlich involvierter politischer Mandatsträgerinnen und -träger. Die Ist-Analyse wurde gefolgt von der Erarbeitung eines Energieplans mit Maßnahmen unter Einbeziehung bereits bestehender Konzepte und Handlungspläne. 

Während des gesamten eea-Prozesses wurde die Stadt Neumünster durch einen externen eea-Berater des Ingenieurbüros energielenker fachlich begleitet.

Der eea stellte neben der regelmäßigen Aktualisierung der Energie- und CO2-Bilanz für die Stadt Neumünster eines der zentralen Monitoring- und Controlling-Instrumente auf dem Weg zur Erreichung der Klimaneutralität in der Stadtverwaltung bis zum Jahr 2035 und in der Gesamtstadt bis 2040 dar.

Verleihung des European Energy Award an die Stadt Neumünster

Am 22. September 2025 wurde den Städten Elmshorn und Neumünster jeweils die Auszeichnung European Energy Award (eea)-Kommune im Rahmen einer Auszeichnungsveranstaltung in Neumünster verliehen. Beide Städte wurden für ihre vorbildlichen Klimaschutzaktivitäten geehrt.

In Rahmen ihrer Teilnahme am eea haben beide Städte ihre Anstrengungen auf dem Weg zur Treibhausgas-Neutralität nach den vorgegebenen eea-Kriterien mit Hilfe eines externen eea-Beraters analysiert und neue Klima- und Energiemaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Zudem wurde sowohl in Neumünster als auch in Elmshorn je ein sogenanntes Energieteam als Arbeitsgremium und Austauschforum aus Mitarbeitenden der städtischen Verwaltung und den städtischen Beteiligungen ins Leben gerufen.

Mit der Auszeichnung werden die Gesamtleistungen beider Kommunen im Klimaschutz nachgewiesen und gewürdigt.

Zu den umgesetzten Maßnahmen der Stadt Neumünster zählen u.a.:

  • Erarbeitung strategischer und konzeptioneller Grundlagen für die klimaneutrale Gesamtstadt Neumünster bis 2040 und die städtischen Beteiligungen bis 2035 sowie auch für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels: Klimaplan Neumünster, Masterplan Mobilität, Stadtklimaanalyse, Starkregenhinweiskarte, Ökologische Leitlinie, Klimaanpassungsstrategie, kommunale Wärmeplanung
  • Systematische Umsetzung von Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden, wenn möglich in Kombination mit Gründach, gemeinsam mit den Stadtwerken (SWN): bereits rd. 420 kWp seit 2021 installiert, für 2025/26 weitere rd. 360 kWp geplant
  • Flächendeckender Aufbau von öffentlicher E-Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet über die SWN: bereits 269 Ladepunkte bis Ende 2024 installiert
  • „Sicher von und nach Wittorf radeln“ - Auf einer Länge von insgesamt ca. 4 km entsteht eine durchgehende Radinfrastruktur in den Stadtteilen Stadtmitte und Wittorf. Damit gelingt auch die Radverkehrsanbindung des Hauptbahnhofes mit dem Stadtteil Wittorf sowie dem Industriegebiet Süd. Gefördert durch den Bund.
  • Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung Neumünster (2024) und Umsetzung begonnen (u.a. Prüfung Nahwärmeeignungsgebiete, Veranstaltungsreihe zur Information für Bürgerinnen und Bürger)

Beide Städte haben im Rahmen ihrer Programmteilnahme über 50% der möglichen Punkte erreicht und damit die Kriterien des eea-Prozesses erfüllt. Die Auszeichnung wurde von Reiner Tippkötter als eea-Berater überreicht. Für die Stadt Elmshorn wurde die Auszeichnung vom Baustadtrat Marius Munk und dem Klimaschutzmanager Markus Pietrucha entgegengenommen. Für die Stadt Neumünster haben die Stadtbaurätin Sabine Kling sowie die Leiterin der Stabsstelle Klima und Umweltqualität, Julia Schirrmacher, die Plakette in Empfang genommen.

Der eea bietet als Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren einen strukturierten, transparenten und international anerkannten Rahmen mit standardisierten Anforderungen. Er unterstützt Kommunen dabei, ihre Energie‑ und Klimaschutzaktivitäten zu messen, zu verbessern und sichtbar zu machen. Betrachtet wurden die sechs Maßnahmenbereiche „Entwicklungsplanung und Raumordnung“, „kommunale Gebäude und Anlagen“, „Ver- und Entsorgung“, „Mobilität“, „interne Organisation“ und „Kommunikation und Kooperation“.

Der Ablauf besteht aus vier Phasen. Dazu zählen

  1. die Erfassung aktueller Energie- und Emissionsdaten
  2. die Planung von Maßnahmen auf Basis der Ausgangsdaten
  3. die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, Einsparung von Treibhausgasemissionen und zur Verwendung erneuerbarer Energien und
  4. die Überprüfung der Maßnahmenumsetzung anhand der eea-Zielvorgaben im Rahmen einer Auditierung. 

Auf dieser Basis können energetische Maßnahmen gezielt geplant und gesteuert und deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Erreicht eine Kommune im Audit mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte, erhält sie den eea und darf sich eea-Kommune nennen – bei mehr als 75 Prozent wird der eea in „Gold“ vergeben. Bundesweit nehmen rund 270 Kommunen am eea teil, davon vier aus Schleswig-Holstein. International sind es rund 2.000 Kommunen.