Stadtumbaugebiet Stadtteil West

Das Stadtumbaugebiet „Stadtteil West" liegt westlich der Innenstadt und ist durch eine ausgesprochen heterogene Baustruktur geprägt: Bebauung der späten Gründerzeit, Wohnungsbau der 1930er Jahre und des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg, Siedlungsbau und ehemalige Konversionsflächen sowie die öffentliche Grünanlage Falderapark.

Die Festlegung des Gebietes erfolgte am 29. April 2008 durch Beschluss der Ratsversammlung.

Die Gebietsabgrenzung umfasst alle vorrangigen Handlungsschwerpunkte im Stadtteil West: Steinkamp, Warmsdorfstraße und Wilhelmstraße. In diesen und den unmittelbar angrenzenden Bereichen wird der Schwerpunkt der Stadtumbaumaßnahmen in der Modernisierung des Wohnungsbestandes, der Umgestaltung der Blockinnenbereiche, der Schaffung von Frei- und Spielflächen sowie dem Wohnungsrückbau liegen. Diese räumlichen Handlungsschwerpunkte sind neben baulichen und städtebaulichen Mängeln durch überdurchschnittlich hohe soziale Belastungen der Bewohnerinnen und Bewohner gekennzeichnet. Deshalb spielen auch Maßnahmen zur sozialen Stabilisierung und Imageverbesserung des Gebietes eine Rolle.

Das städtebauliche Entwicklungskonzept (s.u.) stellt die aktuelle Situation, die Ziele und die Maßnahmen, die in dem Stadtumbaugebiet „Stadtteil West" realisiert werden sollen, dar.

Neben ersten Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an Wohngebäuden sowie Grundstücksankäufen zur Umsetzung der Stadtumbauziele wurden die Skateanlage in der Pastor-Rösner-Straße errichtet und der Falderapark umfassend erneuert.

Auf die Veränderungen der Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur in den Städten der alten Bundesländer und deren Auswirkungen reagierte die Bundesregierung 2004 mit dem Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West. Ziel des Programms ist die Schaffung nachhaltiger Strukturen, um die Städte an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Grundlage für Stadtumbaumaßnahmen sind städtebauliche Entwicklungskonzepte.

Neumünster hat 2004/2005 ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK Neumünster) erarbeiten lassen, welches Perspektiven für die Entwicklung der Stadt in den nächsten 15 Jahren darstellt.

Das städtebauliche Entwicklungskonzept ist in drei Dokumente gegliedert:

n den nächsten Jahren ist der Bau eines Familienzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Sick-Kaserne an der Werderstraße vorgesehen. Damit wird die Kinder- und Jugendeinrichtung Das Projekthaus an einen geeigneteren Standort verlagert, das Kinderbetreuungsangebot im Stadtteil wird verbessert und eine offene Anlaufstelle für familienbezogene Alltagsfragen wird entstehen.

Für den Neubau dieses Familienzentrums hat die Stadt Neumünster einen zweistufigen, offenen hochbaulichen Realisierungswettbewerb Ende 2015/Anfang 2016 durchgeführt. An dem Wettbewerb haben 108 Arbeitsgemeinschaften teilgenommen. In der 2. Phase wurden zehn ausgewählte Arbeiten vertiefend bearbeitet.  

Der 1. Preis wurde an das büro h2 architekten HaverkampHolthaus, Emsdetten mit scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf vergeben. Alle zehn Arbeiten der 2. Phase können hier eingesehen werden: