Untersuchungsgebiet "Messeachse"

Das Untersuchungsgebiet "Messeachse" erstreckt sich vom Hauptbahnhof ausgehend Richtung Norden bis zur Bahntrasse Neumünster-Flensburg. Im Westen wird es durch die Rendsburger Straße, im Osten durch die Bahntrasse Neumünster-Kiel begrenzt.

Um Beurteilungsunterlagen im Hinblick auf die Notwendigkeit einer städtebaulichen Sanierung zu gewinnen, hat die Ratsversammlung mit Beschluss vom 27. März 2012 die Durchführung vorbereitender Untersuchungen (VU) gemäß § 141 BauGB für dieses Gebiet eingeleitet. Den vorbereitenden Untersuchungen ist ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (IEK) beigefügt. In diesem wird ein übergeordnetes Leitbild für das Gebiet formuliert sowie Maßnahmen zur Erreichung dieses Zieles genannt.

Missstände im Gebiet

Das Untersuchungsgebiet weist diverse Schwächen auf:

  • Der Bahnhof ist modernisierungsbedürftig.
  • Die Bahntrasse sowie die zwischen dieser und der Friedrichstraße liegende Fläche wirken barrierebildend. Sie trennen die westlich der Friedrichstraße liegenden Wohngebiete von der Innenstadt.
  • Der Konrad-Adenauer-Platz besitzt wenig Aufenthaltsqualität. Er ist vornehmlich auf die Abwicklung des motorisierten Verkehrs ausgerichtet.
  • Der Messestandort ist mangels zusätzlicher Ausstellungflächen und weiterer Möglichkeiten zur temporären Unterbringung des ruhenden Verkehrs in seiner Entwicklung eingeschränkt.
  • Die durch den straßen- und schienengebundenen Verkehr erzeugten Lärmimmissionen beeinträchtigen das Wohnen und Arbeiten innerhalb des Gebiets.
  • Ansprechende, zum längeren Aufenthalt einladende öffentlichen Flächen sind ingesamt nicht vorhanden.
  • Insbesondere im Bahnhofsumfeld, aber auch im Bereich zwischen der Rendsburger Straße und der Bahntrasse Neumünster-Kiel sind Leerstände von Verkaufsflächen bzw. ganzer Gebäude zu verzeichnen.
  • Östlich der Rendsburger Straße prägen teilweise noch unerschlossene Brachflächen das Bild.
  • Die Straßen und Wege sind hinsichtlich ihrer auf den motorisierten Verkehr ausgerichteten Querschnitte, mangelnder Barrierefreiheit, fehlender Begrünung und geringer Aufenthaltsqualität erneuerungsbedürftig.
  • Ein Großteil der vorhandenen Wohngebäude weist Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarfe auf. Hinsichtlich des Gebäudealters ist zudem davon auszugehen, dass auch energetische Sanierungsbedarfe bestehen.

Leitbild und Entwicklungsziele

„Das attraktive und moderne Bahnhofsumfeld heißt Gäste in Neumünster willkommen und bietet ihnen einen zentralen Ausgangspunkt für den Besuch der Innenstadt und des gestärkten Messestandortes.“ Dieses Leitbild formuliert das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept als Perspektive für das Untersuchungsgebiet.

Wesentliche Schritte dabei sind:

  • Die Entwicklung von Bahnhof und zentralem Omnibus-Bahnhof (ZOB) zu einer Mobilitätsdrehscheibe.
  • Die Verlängerung der nördlichen Personenunterführung vom Haupteingang des Bahnhofs am Konrad-Adenauer-Platz Richtung Friedrichstraße.
  • Die Neuordnung, Nachverdichtung und Funktionsstärkung des westlichen Bahnhofsumfeldes unter anderem durch die Verlagerung des ZOB in den Bereich zwischen Bahntrasse und Friedrichstraße.
  • Die Aufwertung des Konrad-Adenauer-Platzes zu einem repräsentativen Eingang zur Innenstadt.
  • Die Stärkung des Messestandortes durch die Schaffung von Expansionsmöglichkeiten.
  • Die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum durch eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Fußgänger/-innen und Radfahrer/-innen sowie eine stärkere Durchgrünung.
  • Die Verringerung des Gebäudeleerstandes und Revitalisierung untergenutzter und brachliegender Grundstücke im gesamten Gebiet.

Sanierungsgebiet „Bahnhofsumfeld“

Die vorbereitenden Untersuchungen stellen im Ergebnis fest, dass insbesondere die im Bahnhofsumfeld vorhandenen städtebauliche Missstände so erheblich sind, dass eine Sanierung notwendig ist. Durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen kann das Gebiet umgestaltet und wesentlich verbessert werden. Um die Maßnahmen unter Einsatz von Städtebauförderungsmitteln durchführen zu können, wird die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes empfohlen. 

Abschließende Beratungen in den politischen Gremien

Hinsichtlich der Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen mit integriertem städtebaulichen Entwicklungskonzept „Messeachse“ sowie der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets „Bahnhofsumfeld“ wird voraussichtlich im Planungs- und Umweltausschuss am 01.12.2021 sowie in der Ratsversammlung am 14.12.2021 beraten und beschlossen.