Sanierung öffentlicher Gebäude

Mit Unterstützung der Bundesregierung  im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KInvFG) konnten zwischen 2016 und 2019 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes an Schulen und Kindertagesstätten der Stadt Neumünster durchgeführt werden. Insgesamt wird damit der Energiebedarf um 934 MWh und der CO2-Ausstoß um 181 Tonnen pro Jahr reduziert. 

Die beiden Bauvorhaben Grundschule an der Schwale und Kindertagesstätte Einfeld werden im 2. Halbjahr 2019 fertiggestellt.

Im Einzelnen wurden die folgenden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt:

  • Elly Heuss-Knapp-Schule: Energetische Sanierung Standort Bachstraße

Das 1972 errichtete Gebäude der EHK-Schule mit einer Bruttogrundfläche von 3.212 Quadratmetern erhielt aufgrund erheblicher bauphysikalischer Mängel eine komplett neue Fassade mit 18 Zentimeter Wärmedämmung.  Die Fenster wurden durch dreifach verglaste Wärmeschutzfenster ersetzt und mit Sonnenschutzeinrichtungen versehen. Die Dachkonstruktion wurde erneuert und wärmegedämmt.

Die Arbeiten wurden im Sommer 2016 begonnen und im Frühjahr 2017 abgeschlossen.

Baubeginn: Juli 2016
Fertigstellung: Mai 2017
Reduzierung des Wärmeverbrauchs: 188.624 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 32,63 Tonnen/Jahr
Kosten: 1.545.354 Euro
Förderung nach KInvFG: 1.267.628 Euro

  • Immanuel-Kant-Schule: Sanierung D-Trakt

Der 1969 errichtete Musik- und Fachklassentrakt der IKS wurde im Rahmen einer Komplettsanierung 2017 auch umfassend energetisch saniert. Die Arbeiten beinhalteten den Abbruch der Bestandsfassade und die Erneuerung mit Verblendmauerwerk und 16 Zentimeter Wärmedämmung, den Ersatz der Fenster einschließlich Sonnenschutzeinrichtungen und die Erneuerung der Dachkonstruktion mit einer 20 Zentimeter starken Wärmedämmung.

Baubeginn: Juni 2017
Fertigstellung: Dezember 2017
Reduzierung des Wärmebedarfs: 88.850 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 15,37 Tonnen/Jahr
Kosten: 681.452 Euro
Förderung nach KInvFG: 569.050 Euro

  • Grundschule Wittorf: Sanierung des Erweiterungsbaus

Der 1974 errichtete dreigeschossige Klassentrakt der Grundschule Wittorf wurde 2017/2018 umfassend energetisch saniert. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung der Verblendfassade  mit 16 Zentimenter Wärmedämmung, den Ersatz der Fenster einschließlich Sonnenschutzeinrichtungen und die Sanierung der Dachkonstruktion mit einer 20 Zentimeter starken Wärmedämmung.

Baubeginn: Juni 2017
Fertigstellung: März  2018
Reduzierung des Wärmebedarfs: 89.851 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 18,14 Tonnen/Jahr
Kosten: 703.296 Euro
Förderung nach KInvFG: 495.000 Euro

  • Gemeinschaftsschule Brachenfeld: Dachsanierung und Sanierung Sheddach-Verglasung

2017/2018 wurden an der 1978 errichteten Gemeinschaftsschule Brachenfeld 4500 Quadratmeter Dachfläche und die Sheddach-Verglasung energetisch saniert. Die Dachfläche wurde mit einer Gefälledämmung mit einer mittleren Dämmstärke von 18 Zentimetern erneuert. Die vorhandenen nicht gedämmten Dachkuppeln wurden ersetzt und die Sheddach-Verglasung aus Drahtglas wurde mit dreifach verglasten Glaselementen erneuert.

Baubeginn: Juni 2017
Fertigstellung: Mai 2018
Reduzierung des Wärmebedarfs: 84.121 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 16,8 Tonnen/Jahr
Kosten: 1.416.124 Euro
Förderung nach KInvFG: 1.273.293 Euro

  • Kindertagesstätte Wittorf: Energetische Sanierung Südflügel

Die Gebäude der Kindertagesstätte Wittorf sind 1963 errichtet worden. Die Liegenschaft besteht aus zwei Gebäudeteilen, die durch ein überdachtes, beheiztes Eingangsfoyer verbunden sind. Der Gebäudeteil I und das Eingangsfoyer wurden 2014 energetisch saniert. In dem zweiten Bauabschnitt wurde 2016 das Gebäude 2 (Südflügel), die Heizungszentrale und die elektrische Hauptverteilung saniert.
Die Sanierung des Südflügels umfasste die komplette Erneuerung des Dachs mit zusätzlicher Wärmedämmung, die Erneuerung der Klinkerfassade mit 16 Zentimenter Kerndämmung sowie die Erneuerung der Fenster. Der sommerliche Wärmeschutz wird über außenliegenden Sonnenschutz gewährleistet.
Im Rahmen der Sanierung erfolgte auch der Ersatz der Wärmeerzeugungsanlagen für das Gesamtgebäude. Die Grundlast der Wärmeerzeugung erfolgt  durch eine Gas-Absorptionswärmepumpe. Die Spitzenlast wird durch eine Gasbrennwerttherme abgedeckt. Weiterhin wurde die elektrische Hauptverteilung saniert.

Baubeginn: Juni 2016
Fertigstellung: Dezember 2016
Reduzierung des Wärmebedarfs: 116.077 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 23,56 Tonnen/Jahr
Kosten : 539.472 Euro
Förderung nach KInvFG: 250.000 Euro

  • Grundschule an der Schwale: Ersatzneubau

Die Grundschule an der Schwale ist eine dreizügige Grundschule, die zwischen 1967 und 1974 errichtet wurde. Die Grundschule an der Schwale hatte mit einem Energieverbrauch von 178 kWh/m²/Jahr den schlechtesten Energiekennwert der Neumünsteraner Schulen. Die Schule wird mit Erdgas beheizt. Durch die Bauweise des Hauptgebäudes war das Verhältnis zwischen Hüllflächen und Grundflächen extrem schlecht. Jeder Raum wies mindestens zwei Außenwände auf, die entsprechend des Baujahres kaum gedämmt waren.
Der umlaufende, teilweise beheizte Erschließungsflur, der den Verwaltungstrakt mit den Klassentrakten verbindet, wies in Bezug auf die verglasten Flächen, den Fußboden und die Decke nahezu keine Dämmung auf. Eine Nachrüstung war auf Grund der Konstruktion nicht möglich. Auf Grund der Gebäudestruktur waren auch bei den Klassentrakten grundsätzliche energetische Mängel nicht abstellbar. Die Stadt Neumünster hat sich daher für einen Ersatzneubau entschieden. Der Ersatzneubau wurde nach EnEV 2014 Anforderungsstandard 2016 errichtet. Die Beheizung erfolgt über ein Blockheizkraftwerk entsprechend EEWärmeG. Das BHKW befindet sich zur Zeit im Bau und wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertiggestellt.

Baubeginn: Juli 2018
Fertigstellung: November  2019
Reduzierung des Energiebedarfs: 337.120 kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 68,4 Tonnen/Jahr
Kosten Ersatzneubau: 4.457.990 Euro
Förderung nach KInvFG: 4.012.191 Euro

  • Kindertagestätte Einfeld: Ersatzneubau

Die Kita Einfeld wurde 1956 errichtet und mit einem zweiten Bauabschnitt 1973 erweitert. Der Altbau aus dem Jahr 1956 war unterkellert und hatte ein ausgebautes Dachgeschoss.
Die Räume im Dachgeschoss konnten auf Grund fehlender baurechtlicher Voraussetzungen nicht genutzt werden. Der gesamte Altbau wies erhebliche bauphysikalische Probleme auf, die die Nutzung beeinträchtigten. Entsprechend des Baujahrs verfügte das Gebäude über eine unzureichende Wärmedämmung.
Auf Grund der bauphysikalischen Probleme und der funktionalen Mängel der Nutzung hat sich die Stadt Neumünster entschieden den Altbau und den Verbindungsbau durch einen Neubau zu ersetzen.  Der Neubau wird in eingeschossiger Bauweise errichtet.
Der Ersatzneubau beinhaltet Räume für drei Gruppen, das Familienzentrum, einen  Speiseraum für Kinder und die Kita-Küche. Weiterhin werden im Bestand  Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die sich aus der Neuordnung der Nutzung ergeben.
Der Ersatzneubau wurde nach EnEV 2014 Anforderungsstandard 2016 errichtet. Die Beheizung erfolgt über ein Blockheizkraftwerk entsprechend EEWärmeG.

Baubeginn: September 2018
Fertigstellung: November  2019
Reduzierung des Energiebedarfs: 30.206  kWh/a
Reduzierung des CO2-Ausstoßes: 6,13 Tonnen/Jahr
Kosten Ersatzneubau: 2.050.000 Euro
Förderung nach KInvFG: 542.823 Euro