Sicherheitstipps

Wenn es zu einem Notfall gekommen ist, ist es für Vorsorgemaßnahmen in der Regel zu spät.
Das richtige Verhalten im Brandfall, bei schweren Unfällen, starken Unwettern oder eventuell lebensbedrohlichen Erkrankungen kann man nicht erst lernen, wenn es benötigt wird.
Um bei solchen Notfällen instinktiv das Richtige zu tun, ist eine Vorbereitung unumgänglich. Nur wer richtig vorbereitet ist, kann im Notfall sich und anderen helfen und so möglicherweise sogar Leben retten.
Wir haben Ihnen wichtige Hinweise für das richtige Verhalten bei verschiedenen Notfällen zusammengestellt. Häufig handelt es sich um Ratschläge, die allgemein bekannt sind und doch leider oft vergessen werden.

Was können Sie sonst noch tun?

Unsere Seiten geben zwar wertvolle Hinweise, sind aber dennoch nur theoretisch. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr bzw. des Rettungsdienstes müssen Sie sich im Notfall selbst helfen.
Wenn es zu einem Unfall oder einer Katastrophe kommt, benötigen Rettungskräfte Zeit, um den Einsatzort zu erreichen und Hilfe leisten zu können. Bei Unfall oder Feuer sind dies meist nur wenige Minuten, bei einer Katastrophe kann es wesentlich länger dauern, bis Rettungskräfte eintreffen. Sie sollten daher darüber nachdenken, ob Sie sich und anderen im Schadensfall helfen können und wie Sie mit geringem Aufwand die Hilfeleistung verbessern können.

Zu möglichen Notsituationen gehören Unfälle und Brände ebenso, wie die Beeinträchtigung der Versorgung oder die Vorbereitung auf besondere Risiken. Diese könnten bei schweren Unwettern, Schneekatastrophen oder großflächigen Überschwemmungen ebenso auftreten wie bei der Freisetzung chemischer (C), biologischer (B) oder radiologischer (R) bzw. nuklearer (N) Gefahrstoffe (CBRN-Gefährdung). Bei solchen Ereignissen ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sich erst einmal selbst helfen können, bis die organisierte Hilfe eintrifft.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat einen Ratgeber für Notfälle zum Download bereit gestellt. Der Ratgeber bietet Informationen und Verhaltenshinweise zu verschiedenen Notsituationen. Einige der Themen sind:

  • Allgemeine Hilfeleistung
  • Notruf
  • Brandschutz und Verhalten bei einem Feuer
  • Vorbereitende Maßnahmen im privaten Haushalt bei Versorgungseinschränkungen oder Versorgungsausfällen
  • CBRN-Gefahren
  • Unwetter und
  • Hochwassergefahr

Auf 48 Seiten werden in übersichtlicher und sehr anschaulicher Form Hinweise und Informationen zur eigenen Notfallvorsorge aufbereitet und präsentiert. Mit einer persönlichen Checkliste kann man den Stand seiner persönlichen Vorbereitungen prüfen.

Sie erreichen die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle immer unter der Notrufnummer der Feuerwehr 112.

Für Verkehrsunfälle ohne Verletzte, Einbrüche, bei Diebstählen und anderen zwischenmenschlichen Konflikten rufen Sie bitte die Notrufnummer der Polizei 110 an.

Sollten einmal alle Leitungen belegt sein, verfallen Sie nicht in Panik! In der Regel können alle Anrufe innerhalb von einer Minute entgegengenommen werden.

Einen Notruf richtig absetzen

Nachdem Sie die Notruf-Nummer gewählt haben, sollten Sie versuchen, ganz ruhig bleiben. Sie haben nun einen geschulten Leitstellendisponenten am Telefon.

Da der Mitarbeiter Ihre Daten im Einsatzleitrechner in eine Einsatzmaske eingeben muss, bringt es leider nur wenig, wenn Sie ihm gleich alle wichtigen Daten auf einmal durchgeben.

Nennen Sie zuerst in Ruhe ihren Namen. Der Leitstellendisponent wird Ihnen alle relevanten Fragen stellen.

Um die Zeit für die Beantwortung der Fragen möglichst kurz zu halten, überlegen Sie sich bitte vor dem Anruf kurze zutreffende Antworten auf folgende Fragen:

  • Wer meldet das Ereignis?

Nennen Sie uns bitte zusätzlich zu ihrem Vor- und Nachnamen auch eine Rückrufnummer für evtl. Nachfragen und falls möglich bleiben Sie in Reichweite dieses Apparates. Erwarten Sie unsere Einsatzkräfte zur gezielten Einweisung an der nächstgelegen Straße. Erste Hilfe und Eigenschutz geht dagegen in jedem Fall vor!

  • Wo ist der Unfall passiert?

Ortsangabe - Ort, Stadtteil, Straße, Hausnummer und ergänzende Angaben. Sie sind am Unfallort fremd? Fragen sie Ortsansässige/Passanten und bitten um Hilfe bei der Ortsbestimmung. Hier gilt: Je genauer die Ortsangabe, desto weniger Zeit verbringen die Einsatzkräfte mit dem Suchen der Einsatzstelle.

  • Was ist passiert?

Bitte teilen Sie uns möglichst präzise mit, was passiert ist. Ist es ein Feuer, ein Unfall oder ein akuter medizinischer Notfall. Bei medizinischen Notfällen geben Sie uns bitte Hinweise auf die Symptome der Erkrankung bzw. die Verletzungen.

  • Wie viele Verletze/Erkrankte?

Bitte teilen Sie uns möglichst genau die Anzahl der Verletzten/Erkrankten mit, bei größeren Unfällen reicht eine wohl überlegte Schätzung aus. Bitte über- oder untertreiben Sie nicht.

  • Warten auf Rückfragen!

Legen Sie erst auf, wenn der Leitstellendisponent Sie dazu auffordert! Erst wenn wir keine Fragen mehr an Sie haben, beendet die Leitstelle das Gespräch! In Einzelfällen ist es möglich, dass unsere Disponenten noch einige Rückfragen haben oder ihnen Tipps zum weiteren Vorgehen geben können.

Bitte bedenken Sie, dass jede ungenaue oder fehlende Angabe zu einer erheblichen Zeitverzögerung führen kann, die im Einzelfall lebenswichtige Minuten verstreichen lässt.

  • Handynotruf nur noch mit SIM-Karte!

Wer ein altes Handy ohne SIM-Karte für Notrufe nutzt, muss seit dem 1. Juli 2009 aufpassen: Seitdem funktioniert der Notruf 112 nur noch mit einer eingelegten und aktivierten SIM-Karte.
Die Änderung wurde notwendig, da die Leitstellen oft mit falschen Notrufen überflutet worden sind, erklärt die Bundesnetzagentur den Hintergrund der Änderung. Rechtlich fußt die Maßnahme auf einer Änderung der Notrufverordnung zum Telekommunikationsgesetz, die die Innenminister der Länder veranlasst hatten. Bisher waren Notrufe von jedem Handy aus auch ohne SIM-Karte möglich.

Trotz der Einschränkung will die Verordnung erreichen, dass möglichst viele Menschen mobil Notrufe absetzen können. Deshalb kann seit 1. Januar 2010  auch Hilfe mit solchen SIM-Karten herbeigerufen werden, deren Erreichbarkeit der Netzbetreiber beispielsweise nach einem ausgelaufenen Vertrag längst deaktiviert hat. Technisch sind auch diese SIM-Karten anhand von Kenn- und Referenznummern noch identifizierbar. Ohne SIM-Karte im Handy wird aber seit dem 1. Juli 2009 kein Notruf mehr an die Notrufzentralen durchgestellt.

  • Notruf - Feuerwehr und Rettungsdienst
    Telefon 112
  • Notruf - Polizei
    Telefon 110
  • Rettungsleitstelle (Krankentransport/Rettungsdienst)
    Telefon 1 92 22
  • Bürgertelefon der Feuerwehr
    04321 33 22 888

Wenn für folgende Rufnummern keine andere Vorwahl angegeben ist, gilt die Vorwahl  04321

  • Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK)
    Telefon 40 50
  • Kassenärztlicher Notdienst 
    Telefon 01805 119  292 
  • Zahnarzt-Notdienst
    Telefon 59 95
  • Gift-Notruf
    Telefon 030 1 92 40 oder 0551 1 92 40
  • 1. Polizeirevier, Allemannenstraße 14-18, Neumünster
    Telefon 945 11 11
  • 2. Polizeirevier, Hansaring 122, Neumünster
    Telefon 945 12 11
  • Polizeidirektion Neumünster, Alemannenstraße 14 -18, Neumünster
    Telefon 945 21 51
  • Opfer-Notruf (Hilfe für Kriminalitätsopfer)
    Telefon 01803 34 34 34
  • Stadtwerke Neumünster - Störungsannahme:
    Fernwärme - Telefon 202 152
    Gas/Wasser - Telefon 202 303
    Strom - Telefon 202 300
  • Kinder- und Jugendtelefon (kostenlos)
    Montag bis Freitag 15 bis 19 Uhr
    Sonnabend 15 bis 18 Uhr
    Telefon 0800 1 11 03 33
  • Autonomes Frauenhaus (24 Stunden)
    Telefon 4 67 33
    Telefax 4 68 73
  • Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen,Frauen gegen Gewalt e.V.
    Telefon 4 23 03
  • Medizinisches Praxisnetz (MPN)
    Bereitschaftspraxis - Telefon 9 47 70
    MPN-Geschäftszimmer - Telefon 94 77 44
  • Sperrservice für Maestro/ec-Karten, Sparkarten, Bankkarten, Geldkartensowie Sperrservice für Hör- und Sprachgeschädigte
    Telefon 116 116 (bundesweit)
  • Zentraler Sperrannahmedienst (ec-Karten)
    Telefon 069 – 74 09 87
  • Rettungsleitstelle (bundeseinheitlich)
  • Telefon 1 92 22
  • Rollstuhlnotdienst
    Telefon 9 94 50
  • Telefonseelsorge (kostenlos)
    Telefon 0800 11 10 11 1 oder 0800 11 10 22 2

Externe Links

Im Notfall das Richtige tun ...

In Neumünster rückt die Feuerwehr jährlich zu durchschnittlich 500 Brandeinsätzen aus. Etwa 160 Personen werden jährlich aus Notlagen befreit oder bei Bränden gerettet, aber traurigerweise sterben auch in unserer Stadt immer wieder Menschen in den Flammen. Bei ca. einem Drittel der Brandeinsätze sind Häuser und Wohnungen betroffen, in denen Menschen leben.

Ein Wohnungsbrand kann jeden treffen!

Vorbeugende Maßnahmen wie die Installation von Rauchmeldern helfen, Personen- und Sachschäden zu vermeiden. Eine sichere Verhinderung eines Brandausbruchs gibt es allerdings nicht. Sie können sich im Vorfeld schon vorbereiten, damit Sie sich bei Ausbruch eines Brandes richtig verhalten.

WENN ES BRENNT ...

Bei einem Gebäudebrand kommt es auf richtiges und rasches Handeln an, Sie sollten zunächst alle Personen in Sicherheit bringen und schnellstmöglich die Feuerwehr informieren. Laufen Sie dabei auf keinen Fall durch einen möglicherweise verrauchten Treppenraum, sondern beachten Sie nachstehende Hinweise!

  • Ruhe bewahren!
    Durch Aufregung wird nichts besser.
  • Verlassen Sie den brennenden Raum!
    Fenster und Türen zum Brandraum geschlossen halten, um eine Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern - aber nicht abschließen. Entscheiden Sie diese Frage für sich im jeweiligen Einzelfall. Es gilt: Menschenrettung geht vor Sachschutz! Erscheint Ihnen die Gefahr für sich selbst zu groß, dann fliehen Sie über die gekennzeichneten Rettungswege! Sollten Sie es nicht vermeiden können, nur durch einen verrauchten Raum ins Freie zu gelangen, laufen Sie in gebückter Haltung oder kriechen Sie möglichst am Boden entlang. Der Rauch senkt sich relativ langsam nach unten.
  • Bei einem verqualmten Treppenraum!
    Wohnungstür unbedingt geschlossen halten. Ziehen Sie sich in einen rauchfreien Bereich zurück und machen Sie sich an einem Fenster bemerkbar. Die Feuerwehr rettet Sie auch über Fenster sicher aus dem Brandobjekt.
  • Verständigen Sie Ihre Angehörigen und Nachbarn!
    Bringen Sie Hilfsbedürftige und sich selbst in Sicherheit. Bitten Sie Augenzeugen und Passanten gezielt um Mithilfe.
  • Bleiben Sie in einem rauchfreien Raum!
    Ist ihr Fluchtweg durch Rauch abgeschnitten, und machen Sie sich durch Hilferufe vom Fenster aus den Einsatzkräften bemerkbar.
  • Benutzen Sie keine Aufzüge!
    Aufzüge können bei einem Brand zur tödlichen Falle werden. (Lebensgefahr durch Brandgase, Rauch blockiert die Lichtschranke)
  • Feuerwehr alarmieren!
    Verlassen Sie den unmittelbaren Gefahrenbereich und rufen Sie die Feuerwehr. Sie ist von jedem Telefon unter der Notrufnummer 112 zu erreichen.
  • Feuerwehr erwarten!
    Warten Sie bis zum Eintreffen der Feuerwehr vor dem Haus bzw. an der nähstgelegenen Straße und halten Sie sich für Rückfragen und zum Einweisen bereit. Eine Person sollte die Einsatzkräfte empfangen und sich bei Bedarf bemerkbar machen. Die Feuerwehr benötigt evtl. Informationen für die Brandbekämpfung (gefährdete Personen, Tiere, Zugänge, ggf. Schlüssel).
  • Halten Sie Anfahrtswege für die Feuerwehr und den Rettungsdienst immer frei!
  • Den Brand bekämpfen?
    Dies sollten Sie wirklich nur dann, wenn Sie sich nicht selbst in Gefahr begeben. Ein kleines Feuer können Sie vielleicht selbst löschen. Wenn das nicht mehr möglich ist, holen Sie unbedingt Hilfe.

Beherzigen Sie diese Hinweise bitte auch an Ihrem Arbeitsplatz, im Urlaub und in der Freizeit. Machen Sie sich mit Standorten der Feuerlöscher, den Rettungswegen und Notausgängen sowie anderen Sicherheitseinrichtungen vertraut (z.B. in Hotels, Verwaltungsobjekten, Schiffen usw.).

Übrigens: Der Einsatz der Feuerwehr ist kostenlos! Sie müssen keine Kostenforderungen befürchten, selbst wenn sich herausstellt, dass ein Einsatz der Feuerwehr nicht notwendig war.

Informationen für brandgeschädigte Haushalte

Wenn ein Brand bei Ihnen gelöscht wurde, sind Brandrückstände wie angebrannte oder verkohlte Einrichtungsgegenstände, Teppiche, Tapeten, Geräte, Elektrokabel und evtl. Bauschutt, die rußverschmutzt sind, zurückgeblieben.
Mit dieser Empfehlung wollen wir Ihnen eine Orientierungshilfe für den Umgang mit der erkalteten Brandstelle geben. Es werden Maßnahmen für die Brandschadensanierung aufgezeigt und auf die Grundzüge einer sachgerechten Aufräumung und Entschuttung der Schadenstelle hingewiesen.
Nutzen Sie auf jeden Fall die Erfahrung und Hilfe Ihres Wohngebäude- bzw. Hausratversicherers und melden Sie diesem unmittelbar den eingetretenen Schaden. Von Ihrem Versicherer erhalten Sie auch Bezugsadressen und Ansprechpartner zu Fragen nach Fachfirmen und der Brandschadenbeseitigung.
Bitte denken Sie daran, alle weiteren Maßnahmen mit Ihrer Hausverwaltung bzw. Ihrem Vermieter und dem Versicherer abzustimmen, um mögliche Nachteile bei der Schadenregulierung zu vermeiden.

Gefährdungseinschätzung
Betreten Sie die Schadenstelle zu Ihrer eigenen Sicherheit erst, wenn die Feuerwehr oder die Polizei ein Betreten für unbedenklich hält.

Nach dem Ablöschen des Schadenfeuers und Abkühlung des Brandgutes hat sich ein Teil der Verbrennungsprodukte als Ruß - bzw. Rauchniederschlag in Ihren Räumen und auf der Einrichtung verteilt. Ruß und angebrannte Materialien (Brandrückstände) können giftige und reizende Stoffe enthalten. Deren Zusammensetzung und jeweilige Konzentration ist abhängig von der Art und Menge des verbrannten Gutes, vom Brandverlauf und von der Abführung der Rauchgase.

Auch wenn Schadstoffe gebildet wurden, bedeutet dies noch keine unmittelbare Gefährdung. Im Brandfall gebildete Schadstoffe sind in der Regel so stark an Ruß gebunden, dass eine Aufnahme über die Haut bei einer möglichen Verschmutzung kaum erfolgen kann.
Die Erfahrungen aus vielen Brandschäden haben gezeigt, dass brandbedingte Schadstoffe nur dort nachweisbar waren, wo auch optisch deutlich wahrnehmbare Brandverschmutzungen vorlagen. Mit der Entfernung der brandbedingten Verschmutzung sind in der Regel auch die Schadstoffe beseitigt.
Bis zur endgültigen Sanierung wird jedoch ein mehr oder weniger intensiver Brandgeruch auftreten. Eine gesundheitliche Gefährdung ist hierdurch normalerweise nicht zu erwarten. Dennoch sollten Sie - schon um sich vor ausdünstenden reizenden Stoffen zu schützen - die folgenden Hinweise beachten.

Erstmaßnahmen
Betreten Sie die Brandstelle erst nach Freigabe durch die Feuerwehr bzw. der Polizei und nach ausreichender Durchlüftung. Achten Sie darauf, dass keine Brandverschmutzungen in nicht betroffene Bereiche verschleppt werden. Legen Sie im Übergangsbereich zu nicht betroffenen Bereichen ggf. nasse Tücher zum Schuhe abtreten aus.
Verfügen die Räume über Klima - bzw. Lüftungsanlagen, sollten diese nach einem Brand zunächst von einem Fachmann überprüft und gereinigt werden bevor sie wieder in Betrieb genommen werden.

Reinigung und Sanierung
Reinigungsarbeiten in Wohnbereichen, bei denen nur relativ kleine Mengen verbrannt sind ( z.B. Papierkorbbrand, Kochstellenbrand, Brand eines Kerzengesteckes oder sonstige Brände mit geringfügiger Brandverschmutzung), können ohne weitere Schutzmaßnahmen mit haushaltsüblichen (Gummihandschuhe, Haushaltsreiniger) Mitteln durchgeführt werden.
Darüber hinaus gehende Reinigungs- und Sanierungsarbeiten können unter Einhaltung der nachstehend aufgeführten Schutzmaßnahmen von Fachfirmen, aber auch vom Brandgeschädigten selbst vorgenommen werden. Wie bei den Erstmaßnahmen ist auch hier darauf zu achten, dass keine Brandverschmutzungen aus Brandrückständen in nicht vom Brand betroffene Bereiche verschleppt werden und möglichst kein Staub aufgewirbelt wird.

Die nachfolgend aufgeführten Schutzvorkehrungen sind von Fachfirmen einzuhalten, sollten aber auch entsprechend von Brandgeschädigten oder deren Helfern bei selbst vorgenommenen Reinigungs- und Sanierungsarbeiten zu ihrem eigenen Schutz beachtet werden.

  • Einmal-Anzüge mit Kapuze aus verstärktem Papierflies oder Kunststoff
  • für Staubarbeiten Atemschutz (filtrierende Halbmaske der Schutzklasse FFP 2 / FFP3)
  • Schutzhandschuhe (Arbeitshandschuhe Leder / Textil ) für Trockenarbeiten
  • Gummihandschuhe für Nassarbeiten

Soweit Sie oder Ihre Helfer selbst die Reinigungsarbeiten durchführen, sollten Sie die aufgeführte Schutzkleidung vorher in Baumärkten oder bei Fachfirmen besorgen. Hinweise können Sie in den „Gelben Seiten" unter den Stichworten „Arbeitsschutzausrüstung" oder „Berufsbekleidung" finden.

Handschuhe und Einmal-Anzüge verbleiben im Schadenbereich und können mehrfach verwendet werden, wenn ihr Zustand es zulässt. Filtrierende Halbmasken werden nur einmal getragen. Bei Gummihalbmasken sind die Hautkontaktflächen vor der Wiederverwertung durch feuchtes Abwischen mit Reinigungsmittel und Wasser zu reinigen. Nach Verlassen des Schadenbereiches nehmen Sie eine gründliche Körperreinigung (Duschen) vor. Die genutzten Schutzartikel entsorgen Sie nach Durchführung der Arbeiten mit dem Brandschutt.

Entsorgung
Schon bei den Aufräumarbeiten sollten Brandrückstände und Abfälle so sortiert werden, dass diese durch entsorgungspflichtige Körperschaften oder Dritte leichter verwertet beziehungsweise entsorgt werden können.
Dazu sollten Brandrückstände bereits an der Brandstelle getrennt werden in:

  • verwertbare Bestandteile
  • nicht verwertbaren Restmüll einschließlich brandverschmutzter und rußbeaufschlagter Materialien.
  • besonders überwachungsbedürftiger Abfälle (Sondermüll)

Verwertbare Bestandteile sind z.B.:

  • Elektrogeräte, metallische Bestandteile (Schrottverwertung)
  • nicht brandverschmutzter Bauschutt, z. B. Steine, Ziegel, Mauerreste (Bauschuttrecycling)

Beispiele für nicht verwertbaren Restmüll:

  • Arznei und Lebensmittel, die offen gelagert, vom Brandrauch verschmutzt bzw. von der Wärme betroffen wurden, müssen vernichtet werden.
  • Brennbare Bestandteile (verkokte Kunststoffprodukte, Holz, Teppiche, Tapeten und Rückstände aus den Reinigungsmaßnahmen) können der Hausmüllentsorgung zugeführt werden
  • Nicht brennbare Bestandteile (wie brandverschmutzte Steine, Ziegel, Mauerwerk) können zu einer Deponie gebracht werden.

Erkennbare Sonderabfälle (z. B. Farben, Lacke, Lösungsmittel, Batterien) sollten wie üblich getrennt den bekannten Entsorgungswegen zugeführt werden. Sonderabfälle, die nach Art und Menge haushaltsüblich sind, können an bestimmten Wertstoffhöfen abgegeben werden. Wo sichtbar größere Mengen PVC oder andere chlororganische Stoffe enthaltene Materialien verbrannt bzw. verschwelt sind, sollte der Entsorgungsweg von der zuständigen Abfall- bzw. Umweltbehörde festgelegt werden.

Jeden Monat verunglücken rund 50 Menschen tödlich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Die Mehrheit der Brandopfer stirbt an einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht.

Da bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch tödlich sein kann, ist ein  Rauchmelder der beste Lebensretter in Ihrer Wohnung.

Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt Ihnen den nötigen Vorsprung, sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.

Rauchmelderpflicht in Schleswig-Holstein

  • in Neu-, Um- als auch in Bestandsbauten
  • für Schlaf- und Kinderzimmer
  • für Flure, die als Rettungsweg dienen
  • Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen

Feuerwehrstatistiken belegen, dass nach Ausbruch eines Brandes im Durchschnitt vier Minuten zur Flucht bleiben.
Ein Rauchmelder warnt rechtzeitig vor der Gefahr, noch bevor sich die tödlichen Rauchkonzentrationen gebildet haben.
In einem Brandversuch des Bundesamtes für Materialforschung (BAM) im Jahre 2007 gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr alarmierte der Rauchmelder bereits 2 Minuten nach dem Brandausbruch, es blieben weitere 2 Minuten, um ungefährdet den Raum zu verlassen.

Batteriebetriebene optische Rauchmelder für private Haushalte
9V-Rauchmelder sind die optimale Lösung zum Nachrüsten im Wohn-, Büro- und Objektbereich. Sie sind ohne zusätzliche Kabelverlegung zu installieren. Die lebensrettenden Rauchmelder sind nicht größer als eine Kaffeetasse, unauffällig, leicht zu installieren und überall im Fachhandel erhältlich.

Funktionsweise optischer Rauchmelder (auch photoelektrisch)
Die Sensoren eines Rauchmelders arbeiten nach dem optischen Prinzip, d. h. in der Messkammer des Gerätes werden regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet, die im Normalzustand nicht auf die Fotolinse treffen. Optische Rauchmelder reagieren vor allem auf kalten Rauch, der sich schon bei Brandausbruch (Schwelbrand) bildet, bevor Flammen zur Gefahr werden.

Wo werden Rauchmelder installiert?

In Privathaushalten gehören Rauchmelder unter die Zimmerdecke und am besten in die Raummitte. Vorzugsweise sind Rauchmelder vor und in den Schlafräumen selbst zu installieren - vor allem wenn Sie elektrische Geräte wie Heizdecken, Fernsehapparate o.ä. benutzen. Auch die Kinderzimmer sollten Sie durch ein zusätzliches Gerät schützen. In Häusern mit mehreren Stockwerken sollten die Rauchmelder im Flur auf den Etagen montiert werden. Wichtig ist auch ein Rauchmelder im Keller. In Küche und Bad sollten Sie auf eine Installation verzichten, weil dort durch Koch- und Wasserdämpfe Fehlalarm ausgelöst werden könnte. Auch besonders staubige Räume eignen sich nicht für eine Installation.
In größeren Häusern ist es sinnvoll, die Rauchmelder miteinander zu vernetzen, so dass ein Kellerbrand auch von den in der Wohnung installierten Geräten gemeldet wird.

Rauchmelder lassen sich auch ohne handwerkliches Geschick mit wenigen, dem Gerät beiliegenden Schrauben und Dübeln montieren.

Damit Sie von Ihren Rauchmeldern optimalen Schutz erwarten können, müssen Sie bei der Installation folgendes beachten:

  • Befestigen Sie Rauchmelder immer an der Zimmerdecke, da der Rauch nach oben steigt;
  • an der Decke in der Raummitte bzw. mindestens 50 cm von Wänden entfernt;
  • immer in waagerechter Position (auch bei Dachschrägen);
  • nicht in der Nähe von Luftschächten und nicht in starker Zugluft;
  • nicht in der Dachspitze (wenigstens 30 bis 50 cm darunter);
  • nicht in Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht.

 Spätestens alle 10 Jahre sollten Rauchmelder aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden.

Hinweis:
Batteriebetriebene Rauchmelder können nur ausreichend Schutz liefern, wenn sie mit funktionsfähigen Batterien bestückt sind. Geräte, die der Norm DIN 14604 entsprechen, geben über einen Signalton zu erkennen, wenn ein Batteriewechsel bevorsteht. Sie sollten jedoch regelmäßig (ca. einmal im Monat) mit dem Testknopf die Funktionsfähigkeit des Gerätes überprüfen. Für mehr Sicherheit verzichten Sie auf billige Alkali-Batterien und entscheiden Sie sich für Lithium-Batterien. Diese halten bis zu 10 Jahre und garantieren dauerhaften Schutz.

Achten Sie beim Kauf eines Rauchmelders auf die Qualität des Gerätes.
Kaufen Sie nur Rauchmelder, die mit CE-Zeichen inkl. Prüfnummer und der Angabe "EN14604" versehen sind. Beachten Sie: Dieses CE-Zeichen trifft keine qualitative Aussage, sondern besagt nur, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf. Wenn Sie zusätzlich sicher sein wollen, dass der Rauchmelder ständigen Qualitätskontrollen durch Dritte unterliegt, sollten Sie auf das VdS-Prüfzeichen achten.
Ein anderes Prüfinstitut, das die Qualitätsstandards von Rauchmeldern durch wiederkehrende Kontrollen am Markt prüft, gibt es derzeit in Deutschland nicht.

Bei der Ausstattung der Rauchmelder sollten Sie beachten:

  • das Gerät sollte auf optischer Basis funktionieren,
  • batteriebetriebene Geräte sollten schwache Batterien anzeigen (durchschnittliche Lebensdauer der Batterie ca. 1 bis 3 Jahre)
  • das Gerät sollte ein VdS und CE-Zeichen aufweisen und geprüft sein (GS-Zeichen) oder einer internationalen Norm (BS 5446 Part 1 - Britischer Standard bzw. PrEN ISO 12239 (1995) oder ISO/DIS 12239) entsprechen,
  • die Geräte sollten über einen Testknopf verfügen,
  • die Geräte sollten die Möglichkeit einer Vernetzung bieten,
  • Markenhersteller gewähren mehrjährige Garantien.

Ein zuverlässiger Rauchmelder ist im Elektrofachhandel, bei Sicherheitsunternehmen oder bei Brandschutzfirmen erhältlich. Dort finden Sie nicht nur Qualitätsprodukte, sondern erhalten auch kompetente Beratung für den richtigen Umgang mit Rauchmeldern.

Es riecht nach Gas - jetzt schnell und richtig handeln!

Erdgas ist ungiftig, unsichtbar und geruchslos und hat von Natur aus keinen individuellen Eigengeruch. Erdgas ist leichter als Luft und besteht überwiegend aus Methan. Aus Sicherheitsgründen wird es zur besseren Wahrnehmung mit einem ganz eigentümlichen Geruchsstoff versehen. Dadurch werden schon geringste Undichtigkeiten an Gasinstallationen wahrgenommen - lange bevor die untere Explosionsgrenze erreicht wird.
Der Explosionsbereich liegt unter normalen Bedingungen im Bereich von 4,5 und 16,5 Vol.-% im Gemisch mit Luft. Die Zündtemperatur von Erdgas liegt bei ca. 640 °C. Ab einer Konzentration von 28 Vol.-% Gas besteht Erstickungsgefahr wegen Sauerstoffmangels.

Richtiges Verhalten bei Gasgeruch

  • Ruhe bewahren
  • Fenster und Türen öffnen, Durchzug schaffen
  • Offenes Feuer vermeiden und nicht rauchen
  • keine elektrischen Einrichtungen betätigen (Telefon, Handy, Klingel, Schalter) 
  • Gashaupthahn schließen
  • Nachbarn warnen und Haus verlassen
  • Außerhalb der Gefahrenzone die Feuerwehr und die SWN-Störstelle informieren:
    Feuerwehr-Notruf 112
    SWN-Störstelle 04321  202 303

  •  

Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie auch dann eine Meldung machen, wenn der Geruch nur schwach wahrnehmbar ist oder wenn Sie ihn auf der Straße bemerken.

Der Erdgas-Hausanschluss
Hier liegt die Schnittstelle zur Gasübergabe "für den Hausgebrauch" - und zugleich die Schnittstelle der Zuständigkeit. Ab der Haupt-Absperreinrichtung des Hausanschlusses liegt die Verantwortung für die Gas-Installation in den Händen von Eigentümern und Mietern.

Haupt-Absperreinrichtung am Hausanschluss
Absperreinrichtungen dienen dazu, die Gaszufuhr im Notfall oder bei kurzfristigen Arbeiten an Gasanlagen zu unterbrechen.
Die Haupt-Absperreinrichtung sitzt dort, wo die Gasleitung durch die Wand ins Haus kommt, manchmal auch in einem Anschlusskasten außerhalb des Gebäudes. Sie trennt die gesamte Gasanlage von der Gaszufuhr ab. Oftmals gibt es eine weitere Absperreinrichtung direkt vor dem Gaszähler im Keller oder in der Wohnung.
Zum Schutz vor Eingriffen Unbefugter sollten sich gastechnische Einrichtungen (Zähler, Druckregelgerät, etc.) in Mehrfamilienhäusern in abschließbaren Räumen befinden.

Halten Sie diese Absperreinrichtungen immer gut zugänglich. Im Notfall muss man sie schnell erreichen können!

Was ist bei Brand oder bei Gasaustritt zu tun?
Die erforderlichen Maßnahmen richten sich danach, ob Gas im Freien oder in Gebäuden, brennend oder nicht brennend, austritt. Die Vorgehensweise ergibt sich aus der jeweiligen Situation. 

Brand im Gebäude ohne Gasaustritt 

  • Feuerwehr und GVU durch die Einsatzleitstelle alarmieren
  • Gasversorgung unterbrechen
  • Menschen retten/Brand bekämpfen 

Gasaustritt im Gebäude - brennend

  • Feuerwehr und GVU durch die Einsatzleitstelle alarmieren
  • Gasversorgung unterbrechen
  • Gasflammen nicht löschen - Explosionsgefahr! Ausnahme: Menschenrettung
  • Nur umliegendes Feuer löschen. Alle Möglichkeiten zur Vermeidung von Rückzündungen ergreifen.
  • Gasflammen werden am sichersten durch unterbrechen der Gasversorgung gelöscht 

Gasaustritt im Gebäude - nicht brennend

  • Feuerwehr und GVU durch die Einsatzleitstelle alarmieren
  • Gaskonzentration messen
  • Gasversorgung unterbrechen
  • Bei Gasgeruch Gebäude räumen. Es darf zu Rettungsmaßnahmen nur unter Kontrolle der Gaskonzentration betreten werden.
  • Gefahrenbereich weiträumig absperren, ggf. auch den öffentlichen Verkehr.
  • Durchlüften ggf. Scheiben von außen einschlagen
    Gasansammlungen in Räumen, Nachbarräumen, Schächten und Kanälen und abgehängten Decken beachten.
  • Zündquellen vermeiden, insbesondere Betrieb von Motoren, Feuerzeug, Streichölzer, absolutes Rauchverbot, keine elektrischen Schalter betätigen, keinen Stecker von Elektrogeräten ziehen, Telefone und Handys nicht benutzen, Funkenerzeugung durch Werkzeuge vermeiden, elektrostatische Aufladung unterbinden
  • Stromversorgung von außerhalb unterbrechen 

Gasaustritt im Freien - brennend 

  • Feuerwehr und GVU durch die Einsatzleitstelle alarmieren
  • Gefahrenbereich weiträumig absperren und sichern
  • Gefährdete Objekte schützen
  • Nicht löschen - Ausnahme: Menschenrettung. Alle Möglichkeiten zur Vermeidung von Rückzündungen ergreifen; Gasausbreitungswolke kontrollieren.

Gasaustritt im Freien - nicht brennend

  • Feuerwehr und GVU durch die Einsatzleitstelle alarmieren
  • Gefahrenbereich weiträumig absperren (auf wechselnde Windrichtung achten)
  • Gebäude im Gefahrenbereich räumen
  • auf Gasansammlungen achten
  • Einströmen von Gas in Gebäude/Räume vermeiden (Fenster schließen, Markisen einrollen, Lüftungsöffnungen verschließen, Ventilatoren abstellen...)
  • Falls möglich, Gasaustritt unterbrechen oder eindämmen (Rohr provisorisch verstopfen, abquetschen, anknicken)
  • Zündquellen vermeiden, insbesondere: Motoren abstellen, alle flammen löschen, kein Feuerzeug oder Streichholz entzünden, absolutes Rauchverbot, keinen Stecker von Elektrogeräten zünden, Elektrogeräte in exgeschützter Ausführung verwenden (Lampen, Funkgeräte)

Ein Stromausfall stellt moderne Gesellschaften vor große Herausforderungen: Ohne elektrischen Strom sind die Städte und Metropolregionen schlagartig lahm gelegt, da fast jede Infrastruktur direkt oder indirekt von der Verfügbarkeit dieser Energie abhängt.
Besonders betroffen sind alle Bereiche, die zwingend auf die Verfügbarkeit von Strom angewiesen sind: Verkehrssysteme, Notfall- und Rettungswesen oder staatliche Behörden und Verwaltungen.

Deutschland bietet eine in Europa unübertroffen hohe Versorgungssicherheit. In den seltensten Fällen kommt es in Deutschland zum Stromausfall, so muss im Durchschnitt pro Jahr nur für 15 Minuten auf Strom verzichtet werden. Aber schon sehr kurze Ausfälle können heftige Auswirkungen auf andere Infrastrukturen, wie beispielsweise die IT- und Telekommunikation oder andere sensible elektronische Systeme haben; richtig problematisch wird es, wenn der Strom für viele Stunden oder gar Tage ausfällt.

Elektrischer Strom wird in Kraftwerken aus unterschiedlichen Energieträgern erzeugt und anschließend über die verschiedenen Netzebenen (Übertragungsnetz, Verteilernetz, Ortsnetz) bis hin zum Verbraucher verteilt. Die wichtigsten Komponenten der Stromversorgung werden über leittechnische Systeme gesteuert und überwacht. Die Ursachen für einen größeren Stromausfall sind sehr unterschiedlich und vielfältig. Trotz aller Vorsorgemaßnahmen der Versorgungsbetriebe gibt es Situationen, in denn die Stromversorgung über Stunden oder sogar Tage unterbrochen werden kann. So können Anlagen des Stromnetzes beispielsweise nach Naturereignissen wie einem schwerem Sturm oder extremen Niederschlägen oder durch Tiefbauarbeiten oder Verkehrsunfällen beschädigt werden. Auch so genannte "Kaskadeneffekte", die Verkettung von bestimmten technischen und organisatorischen Umständen bergen die Gefahr, dass der gefürchtete "Blackout" eintritt.

Wären Sie auf einen Stromausfall gut vorbereitet?
Sie können einige Vorbereitungen treffen, um das Ausmaß der Beeinträchtigungen eines länger andauernden Stromausfalls in ihrem Privathaushalt zu reduzieren. Hier sollte man unterscheiden, welche Maßnahmen vor, während und nach einem Stromausfall hilfreich sein können.

VOR einem Stromausfall

Mit Hilfe eines batteriebetriebenen oder mit einer Handkurbelfunktion betriebenen Radios oder auch des Rundfunkgerätes im Auto bleiben Sie über Informationen des behördlichen Krisenstabes, der Feuerwehr und der Stromversorger auf dem Laufenden. Achten Sie bei einem netzunabhängigen Radiogerät auf einen ausreichenden Vorrat an passenden Ersatzbatterien. Wieder aufladbare Akkus sind nicht zu empfehlen, da sie zum Zeitpunkt des Stromausfalls aufgeladen sein müssten.

Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde-/Stadtverwaltung auf welche Weise während eines längerfristigen Stromausfalls Informationen an die Bürger weitergegeben werden, welche Hilfsangebote vorgesehen sind und wo Sie bei Ausfall des Telefonnetzes eine Notfallmeldung absetzen können.

Brandschutz: 

Stellen Sie Löschmittel an einem gut erreichbaren Ort bereit:

  • Feuerlöscher
  • gefüllte Wassereimer
  • Löschdecke usw.

Licht: 

Halten Sie bitte Folgendes an einem gut erreichbaren Ort bereit:

  • Kerzen/Teelichter
  • Streichhölzer/Feuerzeug
  • Taschenlampe mit passenden Ersatzbatterien
  • Lampen mit Dynamo bzw. Handkurbelfunktion
  • Campinglampen mit den erforderlichen Gaskartuschen

 Wärme: 

Bei einem Stromausfall ist mit einem Ausfall der meisten Heizungsanlagen zu rechnen. Somit sollten bestimmte Dinge griffbereit vorliegen:

  • warme Kleidung/warme Decken
  • stromunabhängige Wärmequelle (Petroleumofen/Gasheizer/ersatzweise Camping-Gaskocher)
  • bei Besitz eines Holzofens ausreichend Vorrat an trockenem Brennstoff 

Kochen:

Um bei einem längerfristigen Ausfall warme Mahlzeiten zubreiten zu können, sollten folgende Dinge zur Verfügung stehen:

  • Spiritus/Feststoff- oder Camping-Gaskocher oder Gasgrill
  • ausreichender Gasvorrat/Brennstoff
  • ausreichend Grundnahrungsmittel, Babynahrung und Getränke vorrätig halten
  • ggf. Vorrat an notwendigen Medikamenten
  • Frischwasservorrat anlegen

Hinweis zu Notstromaggregaten:

Mit einem eigenen kleinen Notstromgerät können z. B. Wasserkocher, Kabellampe, Heizlüfter, usw. betrieben werden. Bedenken Sie jedoch den Standort des Stromaggregates. Aufgrund der giftigen Abgase des Verbrennungsmotors muss das Stromaggregat im Freien stehen. Für die Kabelführung offen gehaltene Türen oder Fenster können im Winter zum Auskühlen der Wohnung führen. Je nach Wohnsituation kann es durch Stromaggregate zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Empfindliche elektronische Geräte wie z.B. Steuerungsanlagen und Computer können, je nach Ausführung des Stromaggregates, Schaden nehmen. Beim Anschluss eines eigenen Notstromaggregates an das Hausnetz ist äußerste Vorsicht geboten. Der Anschluss hierfür darf nur von einer Elektrofachkraft eingerichtet werden und muss gegebenenfalls vom Stromnetzbetreiber genehmigt werden. 

WÄHREND eines Stromausfalls

  • Schalten Sie alle eingeschalteten Geräte, mit Ausnahme des Radios oder einer Lampe, aus!
  • Vergewissern Sie sich, wo überall der Strom ausgefallen ist. Überprüfen Sie, ob es sich nicht nur um ein defektes Gerät oder eine durchgebrannte Glühbirne handelt.
  • Betrifft der Stromausfall nur Ihren eigenen Haushalt, so prüfen Sie bitte Ihren Stromverteilerkasten. Die Sicherungen oder Schutzschalter können wieder eingeschaltet werden.
  • Betrifft der Stromausfall auch andere Wohnungen oder Straßenzüge, so ist ein Ausfall im Niederspannungsnetz wahrscheinlich. Solch ein Ausfall kann nur vom örtlichen Netzbetreiber behoben werden!
  • Wenn Ihr "Stromkontrollgerät" wieder funktioniert, können Sie die anderen Stromabnehmer nacheinander wieder einschalten.
  • Informationen zum Stromausfall und dessen mögliche Dauer erhalten Sie von Ihrem Stromnetzbetreiber.

Sofern das Telefon in Betrieb ist:

  • Die Notrufnummern von Polizei (110) und Feuerwehr (112) dienen ausschließlich der Meldung von Notfällen.
  • Beschränken Sie das Telefonieren bitte auf das Nötigste.
  • Bei länger anhaltenden Stromausfällen werden die Feuerwehren der betroffenen Gemeinden über die Rettungsleitstellen alarmiert und besetzen die Feuerwehrhäuser, die über Funk und ggf. über Notstrom verfügen. Innerhalb der Kommunen werden Anlaufstellen eingerichtet, an die sich der Bürger im Notfall wenden und ärztliche Hilfe anfordern kann. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf Hinweise im Radio (Regionalsender, UKW).

Erhöhtes Brandrisiko bei Stromausfall: 

  • Werden bei einem Stromausfall gasbetriebene Heiz- und Lichtquellen, Kerzen und dergleichen betrieben, besteht ein erhöhtes Brandrisiko bei unsachgemäßem Umgang mit diesen Geräten oder bei deren unbeaufsichtigtem Betrieb. Batteriebetriebene Rauchmelder, die heute in jeder Wohnung installiert sein sollten, schaffen hier ein Mehr an Sicherheit.
  • Bei der vorsorglichen Beschaffung von gasbetriebenen Heizquellen sollte darauf geachtet werden, dass Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. eine Sauerstoffmangelsicherung, bei dem Gerät vorliegen.
  • Bei der Verwendung von offenen Flammen in Innenräumen, wie z.B. Kerzen und Gasflammen, muss auf eine ausreichende Lüftung geachtet werden.
  • Schalten Sie sofort nach Eintritt des Stromausfalls alle elektrischen Wärmegeräte wie Herd/Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und -lüfter, ab. So verhindern Sie den unkontrollierten Betrieb dieser Geräte beim Wiederkehren des Stroms.

Stromschlaggefahr bei Hochwasser: 

  • Eine wichtige Maßnahme bei drohendem Hochwasser: Sichern Sie Heizung und elektrische Geräte in bedrohten Räumen, beziehungsweise schalten Sie die Sicherung ab - Stromschlaggefahr!
  • Zum Schutz der im Hochwassergebiet verbliebenen Personen sowie der Stromversorgungsanlagen setzen die regionalen Stromanbieter die Lieferung in die überschwemmten Gebiete aus. Dies geschieht für die Dauer des Hochwassers und der anschließenden Reinigung der Stromversorgungsanlagen im Hochwassergebiet.
  • Dennoch gilt: Sind elektrische Anlagen wie z.B. Anlagen des öffentlichen Stromnetzes, Hausverteilungen, Schalter, Steckdosen, elektrische Geräte die an das Hausnetz angeschlossen sind, überschwemmt, dürfen diese nicht berührt werden. Ebenso sollten überschwemmte Räume, in denen sich diese Geräte befinden, nicht betreten werden. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr!

NACH einem Stromausfall

  • Schalten Sie ihre Geräte nur nacheinander wieder ein und beschränken Sie sich zunächst auf die unbedingt erforderlichen.
  • Schalten Sie keine Geräte ein, die sich in Räumen befinden, die Feuchtigkeit ausgesetzt waren.
  • Überprüfen Sie die Lebensmittel in Kühlschrank und Tiefkühltruhe. Angetaute Lebensmittel könnten ungenießbar geworden sein.
  • Beachten Sie, dass ein Stromausfall die Einstellungen von elektrischen Geräten beeinflusst haben kann. Kontrollieren Sie daher Uhren, Wecker, Kochherd, Aquarium oder andere Geräte mit Zeitautomatik
  • Ergänzen Sie bei nächster Gelegenheit die verbrauchten Vorräte.

Vorsorge und Selbsthilfe - Informationen zum Stromausfall

Allgemeine Hinweise zum Thema „Stromausfall" finden Sie in der Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die über die Möglichkeiten privater Notfallvorsorge und das richtige Verhalten in Notsituationen informiert:

Weitere Informationen zur Vorsorge und Selbsthilfe bei Stromausfall gibt das BBK mit dem Faltblatt

Manche Bürger stellen sich wohl oft die Frage, warum die Feuerwehr oder der Rettungsdienst auch bei wenig Verkehr und bei Nacht das Martinshorn einschaltet.

Unstrittig ist sicherlich, dass bei Feuerwehreinsätzen der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle spielt. Wenn die Feuerwehr oder der Rettungsdienst alarmiert wird, dann zählt meist jede Sekunde. Bei einem schweren Verkehrsunfall oder einem Wohnhausbrand entscheiden oftmals wenige Minuten über Leben und Tod.

Das Ziel der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ist es, so schnell wie möglich bei der Einsatzstelle zu sein, um verletzen Personen zu helfen und Sachschäden zu minimieren. Deshalb ist es wichtig, dass die Einsatzstelle möglichst rasch und ohne verkehrsbedingte Verzögerungen erreicht wird. Der Gesetzgeber hat diese Notwendigkeit erkannt und u.a. die Feuerwehr und den Rettungsdienst im Einsatz von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung befreit.

Nach § 35 der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, der Rettungsdienst, der Katastrophenschutz, die Polizei und der Zolldienst von den Vorschriften dieser Verordnung befreit. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Sonderrechts ist die Erfüllung einer hoheitlichen Aufgabe, die dringend geboten sein muss.
Das Sonderrecht darf nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Anspruch genommen werden und befreit nur von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung. Die Inanspruchnahme des Sonderrechts nach § 35 StVO beinhaltet nicht, dass die Feuerwehr oder der Rettungsdienst die Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) oder des Strafgesetzbuchs (StGB) außer Acht lassen kann. Das bedeutet, dass keine schuldhafte Gefährdung und / oder Schädigung Dritter herbeigeführt werden darf und die Beeinträchtigung des übrigen Straßenverkehrs so gering wie möglich gehalten werden muss.

Nach § 38 der Straßenverkehrsordnung (StVO) darf blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.

Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn ordnet an: "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen".

Blaues Blinklicht allein wird zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet.

Wenn man sich den §38 StVO genauer ansieht, so fällt auf, dass das darin benannte Wegerecht nur in Anspruch genommen werden darf, wenn das Blaulicht und das Einsatzhorn eingeschaltet ist. Ist dies nicht der Fall, so haftet eventuell der Fahrzeugführer des Einsatzfahrzeuges bei einem Verkehrsunfall. Aus diesem Grund fahren die Feuerwehr und der Rettungsdienst bei Tag und auch bei Nacht häufig mit Einsatzhorn.

Die Berufsfeuerwehr Neumünster benutzt am Tag und auch in der Nacht das Einsatzhorn zur eigenen Sicherheit und nicht, um Anwohner aufzuwecken oder zu verärgern.

Begegnet man im Straßenverkehr Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Einsatzhorn, dann ist der Notfall nicht weit.

Viele Verkehrsteilnehmer wissen in diesen Situationen nicht, wie sie sich verhalten sollen, reagieren falsch oder gar nicht und halten so die Feuerwehr und Rettungsdienst von ihrer Hilfeleistung ab. Das Ende einer Einsatzfahrt ist leider oft genug ein Unfall. Aber auch durch unnötige Behinderungen im Stadtverkehr geht den Einsatzkräften wertvolle Zeit verloren.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Orientieren Sie sich, von wo das Einsatzfahrzeug kommt!
  • Ruhe bewahren!
  • In welche Richtung bewegen sich die Einsatzfahrzeuge?
  • Wieviele Fahrzeuge sind es?
  • Setzen Sie immer den Blinker, um dem Fahrer des Einsatzfahrzeuges anzuzeigen, dass Sie das Einsatzfahrzeug bemerkt haben und in welche Richtung Sie Platz schaffen wollen!
  • Achten Sie beim Ausweichen auf andere Verkehrsteilnehmer, besonders auf Fußgänger, Rad- und Mofafahrer!
  • ADAC-Broschüre „Blaulicht und Martinshorn - was tun?"

Schnelle und effektive Hilfe ist das Wichtigste für Feuerwehren und Rettungsdienste. Moderne Autotechnik bietet mehr Sicherheit, erschwert aber teilweise die rasche Befreiung der Autoinsassen. Abhilfe bietet die vom ADAC erarbeitete und als Standard geforderte Rettungskarte.

Vorschlag für die ADAC-Rettungskarte

Karosseriestrukturen, Sensorik und Pyrotechnik von Airbags und Gurtstraffern werden immer komplexer. Was gut für die Sicherheit der Insassen ist, wird für Feuerwehren und Rettungsdienste, welche die Insassen teilweise unter Einsatz schweren hydraulischen Geräts aus dem Fahrzeug befreien müssen, eine immer größere Hürde. Für Verletzte zählt jede Minute, um nach einer Erstversorgung möglichst schnell ins Krankenhaus zu kommen.

An welcher Stelle der Karosserie ein hydraulischer Spreizer und eine Rettungsschere anzusetzen sind, welche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind, um Airbags nicht nachträglich auslösen zu lassen, dies ist den Rettern nicht immer bekannt. Bislang jedenfalls nicht - in Zukunft könnte die vom ADAC und VDA (Verband der Automobilindustrie) entworfene "Rettungskarte" Probleme deutlich reduzieren und damit die Rettungszeiten verkürzen. Sie enthält alle rettungsrelevanten Informationen zum Fahrzeug und muss hinter der Fahrersonnenblende mitgeführt werden.

Modellbezogene Rettungskarten

Modellbezogene Informationen in dieser oder ähnlicher Form bieten nahezu alle Hersteller und Importeure die vom ADAC geforderten standardisierten Rettungskarten an - nunmehr auch Citroen und Peugeot. Einige Hersteller müssen ihre Informationen aber noch für ältere Modelle (mit Airbagausrüstung) erstellen (z.B. Toyota) oder in die einheitliche Form bringen (z.B. Renault für Modelle bis 2005). Keine Rettungskarten gibt es derzeit nur noch bei Alfa Romeo, Lancia und Lada.

  • Rettungskarten zum Download bietet die DEKRA an: Fast alle Hersteller und Importeure bieten mittlerweile die standardisierten Rettungskarten an. Für Inhalt und Darstellung sowie die Aktualität der Daten sind die Hersteller selbst verantwortlich.

Wenn das Fahrzeug z.B. mit einer Gasanlage nachgerüstet wurde, so muss dies natürlich vom Nachrüster auf der Karte entsprechend vermerkt werden.

Platzierung der Rettungskarte in Ihrem Fahrzeug

  1. Drucken Sie die Rettungskarte Ihres Fahrzeuges in Farbe aus (Wenn Sie Ihre Rettungskarte nicht selbst in Farbe ausdrucken können, hilft Ihnen Ihre ADAC Geschäftsstelle)
  2. Befestigen Sie die Rettungskarte hinter der Fahrer-Sonnenblende. Falten Sie sie vorher mit der bedruckten Seite nach innen, um ein Ausbleichen zu verhindern.
  3. Aufkleber „Rettungskarte im Fahrzeug" am linken oberen oder unteren Rand der Windschutzscheibe anbringen. Den Aufkleber gibt es in jeder ADAC-Geschäftsstelle.

Tipp: