Geflügelpest

Es gibt aktuelle Informationen für Geflügel- und Taubenhalter in der Stadt Neumünster wegen der grassierenden Geflügelpest.

Aufgrund der Nachweise der Geflügelpest bei mehr als 115 Wildvögeln in mehreren Kreisen des Landes Schleswig-Holstein, einer hohen Zahl an Totfunden, Ausbruch der Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand im Kreis Nordfriesland und zuletzt auch im benachbarten Kreis Segeberg, gilt nun auch für Geflügelhalter der Stadt Neumünster nach dem amtlichen Nachweis des hochpathogenen Virus der aviären Influenza des Subtyps H5N8 bei einer tot aufgefundenen Möwe die landesweit per Erlass des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein erklärte Stallpflicht gemäß Allgemeinverfügung der Stadt Neumünster vom 10.11.2020, die am 12.11.2020 (Allgemeinverfügung) ersetzt wurde.

Im gesamten Stadtgebiet dürfen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) ausschließlich

  • in geschlossenen Ställen oder
  • unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge ge-sicherten, dicken Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), gehalten werden.

Durch den Ausbruch der Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand im Kreis Segeberg liegt der südliche Teil des Stadtgebiets im Beobachtungsgebiet. Die genaue Abgrenzung geht aus einer weiteren Allgemeinverfügung der Stadt Neumünster vom 11.11.2020 hervor. In dem dort bezeichneten Gebiet sind weitere Maßnahmen zu beachten und einzuhalten.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Geflügelpestgeschehens im Land hat das Landwirtschaftsministerium gestern eine Allgemeinverfügung zur Festlegung von sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen erlassen. Damit wird eine einheitliche Grundlage für die Einhaltung von Hygienevorschriften für Geflügelhalterinnen und -halter im Land geschaffen. Die Allgemeinverfügung tritt am 12. November 2020 in Kraft und ist für alle gewerblichen oder privaten Geflügelhalter in Schleswig-Holstein verbindlich.

Zu den Biosicherheitsmaßnahmen gehört unter anderem, dass

  • in den Ställen gesonderte Schutzkleidung inklusive gesondertem Schuhwerk getragen werden muss. Einwegkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen.
  • Vor den Eingängen zu den Stallungen sind Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion mit einem geeigneten Desinfektionsmittel einzurichten.
  • Personen müssen unmittelbar vor Betreten des Stalls die Hände waschen und desinfizieren.
  • Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten.
  • Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung unmittelbar zu reinigen und zu desinfizieren.

Zur Desinfektion ist ein von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) gelistetes und als wirksam gegen behüllte Viren getestetes Desinfektionsmittel zu verwenden:

Meldungen über tote Greifvögel, Enten, Gänse oder andere Wasservögel  können direkt an die Berufsfeuerwehr Neumünster unter der Rufnummer 04321 33220 gerichtet werden. Tote und sterbende Vögel sollten nicht angefasst werden und nicht mit nach Hause genommen oder zum Tierarzt gebracht werden wegen der Gefahr der Seuchenverschleppung.

Für alle Geflügelbestände besteht eine Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde. Wer seinen Geflügelbestand noch nicht angemeldet hat, hat dies unverzüglich nachzuholen. >> Hier das entsprechende Formular zur Anzeige von Tierbeständen nach der Viehverkehrsverordnung zum Herunterladen.

Fragen werden montags bis freitags auch unter der Rufnummer 04321 942 2559 der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht der Stadt Neumünster beantwortet.

Weitere Informationen zur Geflügelpest finden Sie auf der Seite des Landeslandwirtschaftsministeriums unter "Weitere Fälle der Geflügelpest".