Geflügelpest

Die Aufstallungspflicht für Geflügel gilt weiterhin, erklärt Amtstierärztin Dr. Kohnen-Gaupp von der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht.

Seit Beginn dieses Jahres wird  ein erneuter Anstieg von positiven Befunden des Virus der Aviären Influenza bei Wildvögeln an West- und Ostküste sowie dem Binnenland im Landeslabor verzeichnet. Etwa 70 Prozent aller Geflügelpestnachweise bei Wildvögeln in Deutschland entfallen auf Schleswig-Holstein. Auch in Neumünster wurde in dieser Woche wieder das hochpathogene Virus der Aviären Influenza des Subtyps H5N8 bei einem Wildvogel nachgewiesen. Die landesweit per Erlass des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein erklärte Stallpflicht die gemäß Allgemeinverfügung der Stadt Neumünster vom 10.11.2020, die am 12.11.2020 geändert wurde, angeordnet wurde, gilt daher weiterhin. Das Risiko weiterer Einträge in deutsche Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird von den Experten des Friedrich-Löffler-Instituts weiterhin als hoch eingeschätzt.

Daher sind weiterhin unbedingt die bekannten Maßnahmen zu beachten:

Im gesamten Stadtgebiet dürfen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) ausschließlich  

  • in geschlossenen Ställen oder
  • unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge ge-sicherten, dicken Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln ge-sicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), gehalten werden.

Die Allgemeinverfügung des  Landwirtschaftsministeriums zur Festlegung von sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen ist für alle gewerblichen oder privaten Geflügelhalter in Schleswig-Holstein verbindlich.

Zu den Biosicherheitsmaßnahmen gehört unter anderem, dass

  • in den Ställen gesonderte Schutzkleidung inklusive gesondertem Schuhwerk getragen werden muss. Einwegkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen.
  • Vor den Eingängen zu den Stallungen sind Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion mit einem geeigneten Desinfektionsmittel einzurichten.
  • Personen müssen unmittelbar vor Betreten des Stalls die Hände waschen und desinfizieren.
  • Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten.
  • Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung unmittelbar zu reinigen und zu desinfizieren. 

Zur Desinfektion ist ein von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) gelistetes uns als wirksam gegen behüllte Viren getestetes Desinfektionsmittel zu verwenden – siehe Desinfektion in der Veterinärmedizin.

Die genannten Maßnahmen dienen der Verhinderung des Eintrags des Geflügelpestvirus in Geflügelbestände:

Zudem stellt das Landwirtschaftsministerium eine Handreichung für Kleinbetriebe und Hobbyhaltungen zur Verfügung, die Hinweise zur praktikablen Umsetzung der Allgemeinverfügung enthält. Weitere Hinweise erhalten Kleinhalter und Hobbyhalter auch in der Broschüre „Gefahr Geflügelpest – Wie schütze ich meine Tiere? Hinweise für Hobby- und Kleingeflügelhalter“ (PDF-Datei). Die Dokumente sind auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht.

Für alle Geflügelbestände besteht eine Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde. Wer seinen Geflügelbestand noch nicht angemeldet hat, hat dies unverzüglich nachzuholen. Ein entsprechendes Formular zur Anzeige von Tierbeständen nach der Viehverkehrsverordnung steht zum Herunterladen zur Verfügung. Die Anzeige ist an die Stadt Neumünster, Sachgebiet IV, Fachdienst Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Abt. Ordnungsangelegenheiten, Veterinär- und Lebensmittelaufsicht, Großflecken 63, 24534 Neumünster, Telefax 04321 942 2082, E-Mail: veterinaer@neumuenster.de zu senden. Fragen zur Anzeige werden unter den Rufnummern 04321 942 2113 und 04321 942 2542 entgegengenommen.

Die Durchführung von Geflügel- und Taubenausstellungen, -märkten und Veranstaltungen ähnlicher Art ist vorerst weiterhin untersagt.

Nach Abstimmung zwischen der obersten Veterinärbehörde und der obersten Jagdbehörde wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein empfohlen, dass die Jagd auf Wasserwild aufgrund des aktuellen Geflügelpest-Geschehens derzeit landesweit unterbleiben sollte. So kann das Risiko verringert werden, dass infizierte Tiere aufgescheucht werden und die Geflügelpest weiter verbreiten. Drückjagden auf Schalenwild, insbesondere Wildschweine, können und sollten in dieser Saison wie geplant auch in den Restriktionszonen und unter dem Einsatz von Hunden durchgeführt werden.

Meldungen über tote Greifvögel, Enten, Gänse oder andere Wasservögel  können direkt an die Berufsfeuerwehr Neumünster unter der Rufnummer 04321 33220 gerichtet werden. Tote und sterbende Vögel sollten nicht angefasst werden und nicht mit nach Hause genommen oder zum Tierarzt gebracht werden wegen der Gefahr der Seuchenverschleppung.

Fragen werden auch unter der Rufnummer 04321 942 2559 der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht der Stadt Neumünster beantwortet.

Weitere Informationen zur Geflügelpest: