Frühlingserwachen

Appell der Naturschutzbehörde: Bleiben Sie im Dosenmoor auf den vorgesehenen Wegen und lassen Sie Ihren Hund nicht unangeleint laufen!

Blühendes Wollgras (Foto: IZD)

Im Naturschutzgebiet Dosenmoor erwacht die Natur und begrüßt den Frühling mit dem nun in Blüte stehenden Wollgras. Das erfreut viele Besucher und nicht zuletzt das neue Betreuerteam.

Seit 01. Januar 2021 wird das Naturschutzgebiet offiziell vom NABU-Landesverband Schleswig-Holstein betreut. Vor Ort wird dies durch drei Mitglieder der bereits seit rund 40 Jahren im Dosenmoor aktiven NABU-Gruppe Neumünster übernommen. Die Betreuergruppe besteht aus Friedwart Pütz, der bis zu seiner Pensionierung bereits als Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde das Moor jahrzehntelang begleitete, Jens Poweleit, der ebenfalls seit vielen Jahren die vogelkundliche Betreuung des Moores leitet, und Björn-Henning Rickert, dem ersten Vorsitzenden der NABU-Gruppe Neumünster.

Die Betreuung wird in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der weiterhin für die Umsetzung von Maßnahmen zuständigen unteren Naturschutzbehörde der Stadt Neumünster erfolgen. Weitere Naturschutzmaßnahmen im Dosenmoor können so zukünftig noch effektiver umgesetzt werden. Gleichzeitig wenden sich die untere Naturschutzbehörde und das Betreuerteam gemeinsam mit dem folgenden Appell an die Besucher:

Seit Beginn der Corona-Pandemie suchen immer mehr Menschen Ausgleich und Erholung beim Spaziergang in der heimischen Natur. Leider stellt der Besuch von Menschen und Haustieren für die Bewohner des Naturschutzgebietes oftmals eine große Bedrohung dar. Fehlende Rücksicht und Unachtsamkeit belasten besonders während der jetzt wieder beginnenden Brut- und Setzzeit den geschützten Lebensraum von zahlreichen moortypischen Vögeln und anderen Wildtieren. Zunehmend wird aktuell die zum Schutz der besonders störungsempfindlichen Moorbewohner seit Jahrzehnten bestehende Sperrung einzelner Wege im Naturschutzgebiet trotz deutlicher Kennzeichnung missachtet. Oftmals werden Hunde beim Spaziergang nicht angeleint. In Naturschutzgebieten gilt aber eine generelle Leinenpflicht. Wer hiergegen verstößt, begeht sogar eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Die Besucher/-innen werden um ein rücksichtsvolles Verhalten gebeten. In unserem Dosenmoor finden Damwild, Kranich, Sumpfohreule,  Kreuzotter, Moorfrosch und zahlreiche Singvögel ihre Heimat. Bitte helfen Sie, diese Vielfalt zu erhalten, indem Sie die Tiere nicht stören und sie nicht der von freilaufenden Hunden ausgehenden Gefahr aussetzen. Zurzeit erwacht die Natur und einige dieser geschützten Arten sind sehr schreckhaft. Durch Menschen oder Hunde, die sich abseits der Wege aufhalten, geben sie ihre Brut auf und verlassen ihr Nest. In einem vernässten Moor ist das Betreten gesperrter Bereiche zudem sehr gefährlich und die ausgewiesenen Wege sollten im eigenen Interesse nicht verlassen und ihre Hunde nicht aus den Augen gelassen werden. Auch im Randbereich von Wegen sonnen sich Kreuzottern, die eine Gefahr für Hunde darstellen können.

Trotz des feuchten Untergrunds besteht gerade im Frühling eine erhöhte Brandgefahr zum Beispiel durch unachtsam weggeworfene Zigarettenstummel.

"Bitte nehmen Sie Rücksicht! Bleiben Sie auf den vorgesehenen Wegen, lassen Sie Ihren Hund nicht unangeleint laufen und lassen Sie keine Abfälle zurück!", appelliert die untere Naturschutzbehörde.