Theater in der Stadthalle

Das Kulturbüro Neumünster bietet im April einige spannende Veranstaltungen im Theater in der Stadthalle. Unter anderem: Die unnützen Mäuler

"Die unnützen Mäuler" ©Tim Müller

Von Komödie bis Tragödie, von Musical bis Operette, im Theater in der Stadthalle gibt es immer viel zu sehen. Auch im April hat das Kulturbüro Neumünster einiges zu bieten. Hier eine kleine Auswahl:

  • Die unnützen Mäuler, 15. April 2026, 20:00 Uhr

Die flandrische Stadt Vaucelles ist von feindlichen Truppen eingeschlossen, das Brot geht zuneige – und die Stadtältesten stehen vor einer Entscheidung, die alles verändern könnte: Wer darf leben, wer muss sterben? Frauen, Alte und Kinder gelten als „unnütze Mäuler“, als Last, die man abwerfen könnte, um die kampffähigen Männer zu retten. Ist das der Preis für das Überleben der Stadt? Mit scharfem Blick seziert Frankreichs berühmteste Philosophin Simone de Beauvoir in ihrem einzigen Theaterstück das kalte Kalkül der Politik und das Wesen menschlicher Solidarität. 1945 in Paris uraufgeführt, stellt das selten gezeigte Drama eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist: Bedeutet Solidarität, sich gegenseitig zu schützen – oder bedeutet sie manchmal auch, das Unvorstellbare zu tun?

Das Theater für Niedersachsen nimmt sich dieses Stoffes an und lädt ein, über Grenzen und Entfaltung von Gemeinschaft nachzudenken.

  • (R)evolution, 16. April 2026, 20:00 Uhr

Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert von Yael Ronen und Dimitrij Schaad
2040. Die Menschheit hat bekommen, was sie bestellt hat. Okay, die Niederlande sind im Meer versunken, aber man kann nicht alles haben. Dank künstlicher Intelligenz läuft vieles reibungslos – der Homo Digitalis ist installiert. Dr. Stefan Frank ist Experte für unerfüllte Kinderwünsche – und für maßgeschneiderte Nachkommen. Wer ein Baby bekommt,
bekommt es fehlerfrei: klüger, gesünder, schöner. Und wenn das allgegenwärtige Smart Home-System Alecto schon unser Essen bestellt, bevor wir überhaupt wissen, worauf wir Appetit haben und darüber hinaus viel mehr für uns erledigt, warum nicht auch unsere Beziehungen retten? Die läuft bei Dr. Stefan Frank nämlich aktuell nicht so reibungslos: „Hast du den Kühlschrank so eingestellt, dass er mit der Stimme meiner Mutter zu mir spricht?“ Von den Menschen unbemerkt, beginnt Alecto jedoch nicht nur die Kontrolle über Lichtschalter, Handys und Kühlschränke zu übernehmen …
Die Landesbühne Niedersachsen Nord testet die Beta-Version der Zukunft – mit ungewissem Ausgang.

  • Jasmin Tabatabai, 17. April 2026, 20:00 Uhr

Ob als Schauspielerin, Rockröhre oder Chansonsängerin – Jasmin Tabatabai begeistert seit Jahrzehnten mit ihrer Vielseitigkeit. Ihr Gesangsdebüt gab sie im Kultfilm Bandits, dessen Soundtrack sich über 700.000 Mal verkaufte. Mit "Eine Frau" wagte sie den Schritt in den Jazz und wurde prompt mit dem ECHO-Jazz ausgezeichnet. In ihrem aktuellen Programm Jagd auf Rehe überschreitet sie erneut stilistische Grenzen. Gemeinsam mit dem Schweizer Komponisten David Klein verbindet sie Jazz, Chanson, Soul und klassische Elemente – mal intim und reduziert, mal voller Energie und Spielfreude. Sie interpretiert Werke von Nick Drake, Annie Lennox und Hildegard Knef, singt auf Deutsch, Englisch, Persisch und Französisch und überrascht mit unerwarteten Neudeutungen.
Begleitet von einem hochkarätigen Ensemble entfaltet Tabatabai ihr rauchiges Timbre in voller Intensität – eine Künstlerin, die sich nicht in Schubladen stecken lässt, sondern mit jeder Note neue Räume eröffnet.